Gallagher warnt: KI-Vorsprung der USA könnte Xi zum Angriff auf Taiwan verleiten
Palantir-Verteidigungschef Mike Gallagher sieht bei einer Veranstaltung in Indiana einen wachsenden Anreiz für Xi, Taiwan zu nehmen. Neue Fakten nannte er laut den Berichten nicht.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Gallagher warnt bei Verteidigungsveranstaltung in Indiana, China könne TSMC kontrollieren oder lahmlegen.
- Gallagher ist ehemaliger republikanischer Kongressabgeordneter für Wisconsin und jetzt Head of Defense bei Palantir.
- Gallagher nennt Taiwan im Wall Street Journal einen "single point of failure" für KI.
- Gallagher ist Distinguished Fellow am Hudson Institute.
- Gallagher forderte, die USA sollten Taiwan stark bewaffnen.
Gallagher: Mit KI-Vorsprung wächst Xis Anreiz, Taiwan anzugreifen
Mike Gallagher, Verteidigungschef des Datenanalyse-Konzerns Palantir, hat vor einem wachsenden Anreiz für Chinas Staatschef Xi Jinping gewarnt, Taiwan anzugreifen. Die Äußerung fiel bei einer Verteidigungspolitik-Veranstaltung in Indiana, gemeinsam mit dem republikanischen Senator Jim Banks. Bloomberg berichtete darüber. Das Magazin TNW, das polnische Portal pb.pl und die taiwanische Zentrale Nachrichtenagentur CNA geben die Aussagen wieder. Nach TNW fand die Rede an einem Mittwoch statt; die CNA-Meldung ist auf den 28. datiert. Die polnische und die chinesische Wiedergabe stimmen inhaltlich überein.
Die Logik für Xi, Taiwan trotz enormer Opfer zu nehmen, werde überzeugender, sagte Gallagher laut TNW: „The logic of Xi Jinping sacrificing enormously to take Taiwan is getting more compelling.“ Sein Argument ist einfach. Sollten die USA bei KI davonziehen, sei jetzt der Moment für Xi, sie daran zu hindern: „If we run away with AI, now is his moment to stop us from doing that, because he may not be able to catch up later on.“ Ein großer US-Vorsprung würde den Druck auf Peking demnach erhöhen, weil China später nicht mehr aufholen könnte.
Zudem verwies Gallagher auf den Chipkonzern TSMC, der auf Taiwan sitzt. Übernehme China die Insel, „they will control TSMC or disable TSMC“, und könne damit „hold the rest of the world economically hostage“. Neue Fakten oder Ereignisse nannte er laut den vorliegenden Berichten nicht. Die Quellen beschreiben die Äußerung als Warnung in einer Rede beziehungsweise Diskussion.
Wer warnt: Palantir-Manager und früherer Ausschussvorsitzender
Gallagher war bis April 2024 republikanischer Kongressabgeordneter für Wisconsin. Er führte den China-Sonderausschuss des Repräsentantenhauses (House Select Committee on Competition with the Chinese Communist Party), leitete eine Delegation nach Taiwan und traf dort Tsai Ing-wen sowie Lai Ching-te. Heute ist er Palantirs Head of Defense und als Distinguished Fellow am Hudson Institute geführt. Dort tritt er bei Veranstaltungen zu den US-China-Beziehungen und zur Wirtschaftssicherheit auf. Der Zeitpunkt seines Wechsels zu Palantir wird uneinheitlich angegeben. Bloomberg und TNW nennen 2024, CNA „später im Jahr“, ein Profil nur „nach April 2024“.
Palantir liefert Technik vorwiegend an Regierungen, Behörden und Streitkräfte. Der US-Armee bietet es unter anderem das „Maven Smart System“ an, ein KI-System für Aufklärung. Ein wirtschaftliches Interesse Gallaghers oder seines Arbeitgebers an der Warnung ist in den Quellen nicht belegt. Belegt ist allein das Geschäftsfeld des Unternehmens.
Frühere Warnung, Geheimdiensturteil und offene Fragen
Im Vormonat hatte Gallagher laut TNW in einem Gastbeitrag im Wall Street Journal Taiwan als „single point of failure“ für KI bezeichnet. Er forderte, die USA sollten die Insel stark bewaffnen. Laut TNW gilt TSMC als weltweit führender Hersteller fortgeschrittener KI-Chips. China beansprucht Taiwan und schließt Gewalt nicht aus. Beim Gipfel mit Donald Trump im September forderte Xi, die USA sollten sich gegen eine taiwanische Unabhängigkeit stellen.
TNW verweist außerdem darauf, dass US-Geheimdienste im März ein hohes Risiko des Scheiterns einer Invasion gesehen hätten. Das muss Gallaghers These nicht widersprechen. Er spricht vom Anreiz für Xi; die Geheimdienste bewerteten die Erfolgsaussicht. Wie beides zusammenpasst, klären die Quellen nicht. Die Geheimdienstaussage ist zudem nur über TNW belegt. Offen bleibt ferner, ob Gallaghers Äußerung gegenüber seinen früheren Warnungen oder der allgemeinen Taiwan-Debatte Neues bringt.



