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Fast 70 Prozent der Chefs nutzen KI unter einer Stunde pro Woche – doch die Zahl ist überholt

Eine Umfrage unter mehr als 6.000 Führungskräften zeigt geringe KI-Nutzung im Chefsessel. Die Sommerfassung der Studie meldet deutlich höhere Werte und keinen Nettoeffekt auf die Beschäftigung.

· Veröffentlicht: 02.11.2026 ·2 Min Lesezeit
Fast 70 Prozent der Chefs nutzen KI unter einer Stunde pro Woche – doch die Zahl ist überholtMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Die Studie „Firm Data on AI“ liegt als NBER Working Paper 34836 vor.
  • Die frühere Erhebung umfasste über 6.000 Senior Executives in den USA, UK, Deutschland und Australien.
  • 69 % der CEOs, CFOs und Senior Executives nutzen KI weniger als eine Stunde pro Woche.
  • Die Sommer-2026-Fassung befragte fast 9.000 CFOs, CEOs und Senior Executives; 78 % der Firmen nutzen KI.
  • 80 % der Führungskräfte nutzen KI regelmäßig, durchschnittlich 2,1 Stunden pro Woche (Winter 2026: 1,5).

Fast 70 Prozent der Chefs nutzen KI unter einer Stunde pro Woche – doch die Zahl ist überholt

Fast 70 Prozent der Spitzenmanager nutzen KI bei der Arbeit weniger als eine Stunde pro Woche, 28 Prozent gar nicht. Die Zahl stammt aus einer Umfrage unter mehr als 6.000 Führungskräften in den USA, Großbritannien, Deutschland und Australien, über die Fortune im März berichtete. Mitverfasst hat sie der Stanford-Ökonom Nicholas Bloom. Fortune nennt insgesamt 13 Autorinnen und Autoren. Nach Angaben von Charter arbeitete das Team mit der Bank of England und der Federal Reserve zusammen. Genau genommen geht es um 69 Prozent der CEOs, CFOs und Senior Executives, die weniger als eine Stunde pro Woche mit KI arbeiten.

Die Zahl ist jedoch nicht mehr aktuell. Sie gehört zur Winterwelle 2026 der Studie „Firm Data on AI“. Der Abstract der aktuellen Fassung beschreibt eine Erhebung vom Sommer 2026. Befragt wurden fast 9.000 Führungskräfte in sieben Ländern: den vier bisherigen sowie Kanada, Mexiko und Südafrika. Dort berichten 80 Prozent von regelmäßiger KI-Nutzung, im Schnitt 2,1 Stunden pro Woche. Im Winter waren es 1,5 Stunden. Der Abstract selbst spricht von „rapid growth“. Ob „regelmäßig nutzen“ und „unter einer Stunde“ vergleichbar abgefragt wurden, bleibt offen. Die Studie liegt als NBER Working Paper 34836 und als FRB Atlanta Working Paper 2026-3 vor.

Chefs nutzen KI kaum weniger als ihre Beschäftigten – Unternehmen setzen auf Boni und Tracking

Der Vorwurf, Chefs verordneten KI, ohne sie selbst zu nutzen, trifft nur bedingt zu. Laut startupfortune verbringen Führungskräfte in den USA im Schnitt etwa 1,7 Stunden pro Woche mit KI-Werkzeugen, ihre Beschäftigten 1,8 Stunden. Fortune formuliert vorsichtiger: Manche Führungskräfte nutzten KI weniger als ihre Beschäftigten. Die Vergleichszahl für die Belegschaft stammt im vorliegenden Material nur aus der Sekundärquelle, der Fortune-Text liegt abgeschnitten vor.

Um die Nutzung bei Beschäftigten zu steigern, setzen Unternehmen laut Fortune auf Anreize und Kontrolle. Sie zahlen Bonuszahlungen und verteilen Merchandise an Mitarbeitende, die mitziehen. Zugleich erfassen sie die KI-Nutzung und berücksichtigen KI-Kompetenz in Leistungsbeurteilungen.

Die Studie findet keinen Nettoeffekt auf die Beschäftigung – Stellenstreichungen sind Medieneinordnung

Die Verknüpfung von KI-Mandaten und Stellenabbau ist kein Umfrageergebnis. Sie ist eine Einordnung der Berichterstattung. Laut Abstract berichten Führungskräfte für die vergangenen drei Jahre im Wesentlichen keinen Nettoeffekt von KI auf die Beschäftigung und erwarten auch künftig wenig. Mehr als 40 Prozent der Firmen rechnen allerdings mit positiven oder negativen Effekten, die sich nur im Aggregat ausgleichen.

Einzelfälle stammen aus Unternehmensmeldungen. Microsoft-Personalchefin Amy Coleman schrieb im Juli, rund 4.800 gestrichene Stellen würden „nicht durch KI ersetzt“. Etsy-CEO Kruti Patel Goyal erklärte, rund 220 Kürzungen seien nicht KI-getrieben gewesen. Booksy-CEO Stefan Batory kündigte dagegen den Abbau von rund 20 Prozent der Belegschaft für eine „AI-first vision“ an. Einen belegten Zusammenhang zwischen Microsofts Aussage und dem Abbau liefert das Material nicht.

Challenger, Gray & Christmas zählte bis August 116.175 angekündigte US-Entlassungen mit KI als Begründung. Welches Jahr die Zählung betrifft, nennt das Material nicht.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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