Live ElevenLabs verdoppelt Bewertung auf 22 Milliarden Dollar durch Mitarbeiter-Aktienverkauf
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ElevenLabs verdoppelt Bewertung auf 22 Milliarden Dollar durch Mitarbeiter-Aktienverkauf

Enterprise-Geschäft treibt Wachstum – neue Modelle v4 und v4 Turbo vorgestellt

· Veröffentlicht: 30.09.2026 ·8 Min Lesezeit
ElevenLabs verdoppelt Bewertung auf 22 Milliarden Dollar durch Mitarbeiter-AktienverkaufMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • ElevenLabs hat einen 300-Millionen-Dollar-Employee-Tender-Offer abgeschlossen, der das Unternehmen mit 22 Milliarden Dollar bewertet.
  • Der Tender-Offer wurde von Wellington und T. Rowe Price angeführt.
  • Die Bewertung ist doppelt so hoch wie bei der Series D im Februar 2026 (11 Milliarden Dollar).
  • Die Series D im Februar 2026 umfasste 500 Millionen Dollar und wurde von Sequoia Capital angeführt; Andreessen Horowitz und ICONIQ beteiligten sich ebenfalls.
  • Enterprise-Kunden machen inzwischen 55 % des Umsatzes von ElevenLabs aus.
  • Die Technologie wird nach Unternehmensangaben im Tagesgeschäft bei fünf der zehn größten Tech-Unternehmen, fünf der zehn größten Versicherer und vier der zehn größten Telekommunikationsunternehmen eingesetzt.

Tender Offer bringt ElevenLabs auf 22 Milliarden Dollar Bewertung

ElevenLabs hat einen Employee-Tender-Offer über 300 Millionen Dollar abgeschlossen, der das Unternehmen mit 22 Milliarden Dollar bewertet. Das gab das Unternehmen am 30. September 2026 bekannt. Die Transaktion wurde von Wellington und T. Rowe Price angeführt, zwei institutionellen Investoren, die laut ElevenLabs die Erfahrung für die nächste Wachstumsphase mitbringen.

Die neue Bewertung ist doppelt so hoch wie bei der Series D im Februar 2026, als ElevenLabs 500 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 11 Milliarden Dollar einsammelte. Diese Verdopplung ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen: Das Unternehmen hat sein Enterprise-Geschäft mit der Plattform ElevenAgents stark ausgebaut – Enterprise-Kunden machen inzwischen 55 Prozent des Umsatzes aus. Gleichzeitig hat ElevenLabs mit den Modellen Eleven v4 und v4 Turbo neue Text-to-Speech-Modelle veröffentlicht, die nach Herstellerangaben führend in unabhängigen Benchmarks sind. Diese Kombination aus Produktinnovation und wachsender Enterprise-Adoption hat das Vertrauen institutioneller Investoren erhöht.

Bei dem aktuellen Tender Offer handelt es sich nicht um eine klassische Finanzierungsrunde, sondern um eine Sekundärtransaktion: Mitarbeiter verkauften Aktien im Volumen von 300 Millionen Dollar an Investoren. Neben Wellington und T. Rowe Price beteiligten sich laut Unternehmensangaben auch EQT, Goldman Sachs, GIC, OTPP, Sapphire Ventures und BDT & MSD erstmals an ElevenLabs. Bestehende Investoren wie Andreessen Horowitz, Lightspeed, ICONIQ, D.E. Shaw, Evantic, DISRUPTIVE und Alkeon stockten ihre Beteiligungen auf.

Der Tender Offer ist Teil eines wachsenden Trends bei schnell wachsenden KI-Startups, die Mitarbeiterliquidität als Instrument zur Mitarbeiterbindung einsetzen. Der Grund: Sekundärtransaktionen ermöglichen es Mitarbeitern, einen Teil ihrer Aktien zu verkaufen, ohne dass das Unternehmen neue Anteile ausgibt oder eine klassische Finanzierungsrunde durchführt. Für ElevenLabs ist es bereits die zweite Transaktion dieser Art – im September 2025 gab es einen ersten Employee-Tender-Offer über 100 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 6,6 Milliarden Dollar. Diese wiederholte Nutzung zeigt, dass das Unternehmen das Instrument gezielt einsetzt, um Talente zu halten und gleichzeitig langfristige institutionelle Investoren an Bord zu holen.

Enterprise-Geschäft als Wachstumstreiber: 55 Prozent Umsatzanteil

Als zentralen Treiber des Wachstums nennt ElevenLabs die Enterprise-Nachfrage nach Conversational Agents, die das Unternehmen unter dem Namen ElevenAgents vertreibt. Enterprise-Kunden machen inzwischen 55 Prozent des Umsatzes aus, wie das Unternehmen mitteilt. Dieser hohe Anteil ist darauf zurückzuführen, dass Unternehmen die Plattform nicht nur für einzelne Anwendungsfälle nutzen, sondern in ihre täglichen Abläufe integrieren – von Kundensupport über Vertrieb bis hin zu internen Workflows. Die Plattform erlaubt es Organisationen, Conversational Agents einzusetzen, die mit ihren Wissensdatenbanken und Systemen verbunden sind und in jeder Branche, Region und jedem Kontext natürlich interagieren.

Die starke Enterprise-Adoption wird durch konkrete Einsätze bei Großunternehmen belegt: Nach Angaben von ElevenLabs wird die Technologie im Tagesgeschäft bei fünf der zehn größten Tech-Unternehmen, fünf der zehn größten Versicherer und vier der zehn größten Telekommunikationsunternehmen eingesetzt. Diese Kundenstruktur begünstigt den hohen Umsatzanteil, weil Enterprise-Verträge in der Regel höhere Margen und wiederkehrende Einnahmen bieten als das Consumer- und Creator-Geschäft. Zudem führt die Einbindung in kritische Geschäftsprozesse zu einer stärkeren Kundenbindung, da ein Wechsel des Anbieters mit erheblichen Integrationskosten verbunden wäre.

"AI should interact with people the way we interact with each other", wird Mitgründer und CEO Mati Staniszewski in der Ankündigung zitiert. Wenn diese Interaktion gelinge, werde sich KI breit über die Wirtschaft verteilen. Unternehmen und Regierungen setzten bereits expressive Voice Agents im Dienst von Verbrauchern und Bürgern ein, so Staniszewski.

Der Fokus auf Enterprise-Kunden markiert eine Verschiebung gegenüber den Anfängen des Unternehmens, als Creator-Tools für Sprachsynthese im Vordergrund standen. Die Nachfrage nach sprachbasierten Agenten für Kundensupport, Vertrieb und interne Workflows hat das Geschäft in den vergangenen Quartalen verändert.

Von 9 Millionen auf 22 Milliarden: Die Finanzierungsgeschichte

Die Bewertungsentwicklung von ElevenLabs verlief steil. Die erste Finanzierungsrunde im Jahr 2022 bewertete das Unternehmen mit 9 Millionen Dollar – angekündigt zusammen mit dem ersten Text-to-Speech-Modell Eleven v1. Vier Jahre später liegt die Bewertung bei 22 Milliarden Dollar. Diese Entwicklung wurde von mehreren Faktoren getrieben: der kontinuierlichen Einführung neuer Modelle, der Expansion in das Enterprise-Segment und erfolgreichen Finanzierungsrunden, die jeweils das Vertrauen der Investoren signalisierten.

Die Series C im Januar 2025 brachte 180 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 3,3 Milliarden Dollar ein. Die Runde wurde von a16z und ICONIQ Growth angeführt, beteiligt waren unter anderem NEA, World Innovation Lab, Valor und Endeavor Catalyst Fund. Die Gesamtfinanzierung über vier Runden belief sich zu diesem Zeitpunkt auf 281 Millionen Dollar. Diese Runde verdreifachte die Bewertung gegenüber dem Vorjahr und spiegelte die wachsende Enterprise-Adoption wider.

Im September 2025 gab es einen ersten Employee-Tender-Offer über 100 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 6,6 Milliarden Dollar. Damit konnten Mitarbeiter erstmals einen Teil ihrer Aktien verkaufen. Die Verdopplung der Bewertung innerhalb von acht Monaten zeigte, dass institutionelle Investoren bereit waren, in das Unternehmen einzusteigen, noch bevor eine neue Primärrunde stattfand.

Die Series D im Februar 2026 umfasste 500 Millionen Dollar und wurde von Sequoia Capital angeführt. Andreessen Horowitz und ICONIQ beteiligten sich ebenfalls. Die Bewertung lag bei 11 Milliarden Dollar – mehr als das Dreifache der Series-C-Bewertung ein Jahr zuvor. Diese Runde war die bis dahin größte Finanzierung des Unternehmens und unterstrich die strategische Bedeutung des Enterprise-Geschäfts mit ElevenAgents.

Der aktuelle Tender Offer über 300 Millionen Dollar verdoppelt diese Bewertung nun auf 22 Milliarden Dollar. Das Unternehmen schloss das Jahr 2025 mit einem Annual Recurring Revenue (ARR) von über 330 Millionen Dollar ab, getrieben durch die rasche Enterprise-Adoption bei Kunden wie Deutsche Telekom, Square, der ukrainischen Regierung und Revolut. Die Kombination aus starkem ARR-Wachstum, neuen Modellen und der Expansion in das Enterprise-Segment hat die Bewertungskurve in den vergangenen vier Jahren massiv beschleunigt.

Neue Modelle Eleven v4 und v4 Turbo vorgestellt

Parallel zur Bewertungsnachricht hat ElevenLabs zwei neue Text-to-Speech-Modelle veröffentlicht: Eleven v4 und Eleven v4 Turbo. Die Modelle wurden am 28. September 2026 vorgestellt.

Nach Angaben des Herstellers handelt es sich um die schnellsten und ausdrucksstärksten Modelle, die ElevenLabs bisher entwickelt hat. Sie führten bereits unabhängige Benchmarks an. Die höhere Geschwindigkeit bedeutet für Anwender kürzere Wartezeiten bei der Sprachgenerierung – insbesondere bei Echtzeitanwendungen wie Conversational Agents, wo eine niedrige Latenz entscheidend für natürliche Gespräche ist. Die verbesserte Ausdrucksstärke ermöglicht es, Emotionen und Betonungen präziser zu steuern, was die Qualität von Voiceovers, Hörbüchern und interaktiven Sprachassistenten erhöht.

Das Unternehmen spricht von einer generationellen Grenze in der Text-to-Speech-Technologie – dem Übergang von Systemen, die Wörter zu Audio mappen, zu Systemen, die interpretieren, wie Wörter vorgetragen werden sollen, bevor eine Silbe synthetisiert wird. Das Turbo-Modell erreichte in eigenen Tests eine mediane Zeit bis zum ersten Sprachsignal von etwa 150 Millisekunden. Eine unabhängige Analyse von Artificial Analysis platzierte das Modell in einer Leistungsklasse, die derzeit kein anderes kommerzielles Sprachmodell erreicht. Die Messmethodik umfasst die Zeit vom Eingang des Textes bis zur Ausgabe des ersten Audiosignals (Time to First Audio, TTFA) unter produktionsnahen Bedingungen.

Diese Angaben stammen vom Hersteller und sind durch unabhängige Tests überprüfbar. Benchmarks wie Artificial Analysis oder Vergleichstests mit Konkurrenzmodellen können die Behauptungen validieren oder widerlegen.

Widerspruch bei Modellbezeichnung: Turbo V3 oder v4 Turbo?

Bei der Modellbezeichnung gibt es einen Widerspruch. Ein Vergleichsartikel des Anbieters CrazyRouter spricht vom "Turbo V3 model" als dem Modell mit der menschenähnlichsten Sprache. ElevenLabs selbst sowie andere Quellen bezeichnen die neuen Modelle jedoch als "Eleven v4" und "Eleven v4 Turbo".

Die Primärquelle – die Ankündigung von ElevenLabs – nennt eindeutig Eleven v4 und v4 Turbo als die neuen Modelle. Der Vergleichsartikel verwendet dagegen eine Bezeichnung, die auf eine ältere Modellgeneration hindeutet. Es handelt sich vermutlich um eine veraltete oder fehlerhafte Angabe.

Die Diskrepanz ist relevant, weil Modellbezeichnungen in der KI-Branche oft als Referenz für Leistungsfähigkeit und Aktualität dienen. Wer auf Basis des Vergleichsartikels das "Turbo V3 model" auswählt, könnte ein älteres Modell erwarten, während tatsächlich die v4-Generation gemeint ist. Für Entwickler, die die API nutzen, ist die korrekte Modellbezeichnung entscheidend: Eine falsche Bezeichnung kann zu Fehlentscheidungen bei der Modellwahl führen, etwa wenn ein Entwickler annimmt, er arbeite mit einer älteren Generation und deshalb auf die Nutzung neuer Funktionen verzichtet. Zudem können Integrationsprobleme auftreten, wenn die Modellbezeichnung in der Dokumentation oder im Code nicht mit der tatsächlich verfügbaren Version übereinstimmt. Korrekte Nomenklatur ist daher wichtig, um Missverständnisse bei der Implementierung und im Vergleich mit anderen Anbietern zu vermeiden.

Bewertung im Verhältnis zum Umsatz: 22 Milliarden Dollar bei 330 Millionen ARR

Die Bewertung von 22 Milliarden Dollar steht einem Annual Recurring Revenue von über 330 Millionen Dollar für das Jahr 2025 gegenüber. Das entspricht einem Vielfachen von etwa 66 auf den ARR.

Dieses Multiple ist hoch – auch im Vergleich zu anderen KI-Unternehmen. Es spiegelt das Vertrauen der Investoren in das weitere Wachstum wider. Die Bewertung basiert nicht auf dem aktuellen Umsatz, sondern auf der Erwartung, dass das Enterprise-Geschäft mit Conversational Agents weiter stark expandiert. Ein so hohes Multiple birgt jedoch auch Risiken: Es erzeugt einen erheblichen Erwartungsdruck auf das Unternehmen, das Wachstumstempo beizubehalten. Sollte das ARR-Wachstum nachlassen oder die Enterprise-Adoption hinter den Prognosen zurückbleiben, könnte eine Bewertungsanpassung nach unten drohen. Gleichzeitig signalisiert das hohe Multiple ein starkes Investorenvertrauen – institutionelle Anleger wie Wellington und T. Rowe Price sind bereit, zu dieser Bewertung einzusteigen, was auf langfristige Überzeugung hindeutet.

Der Tender Offer zeigt, dass institutionelle Investoren wie Wellington und T. Rowe Price bereit sind, zu dieser Bewertung einzusteigen. Sie investieren typischerweise mit der Absicht, die Aktien auch nach einem Börsengang zu halten. Das Signal: Sie erwarten, dass ElevenLabs den Wert weiter steigert.

Ob sich diese Erwartung erfüllt, hängt davon ab, ob das Unternehmen das Wachstumstempo beibehält. Die 55-Prozent-Enterprise-Quote und die Nutzung bei großen Tech-, Versicherungs- und Telekommunikationsunternehmen deuten darauf hin, dass die Nachfrage real ist. Die Bewertung lässt jedoch wenig Spielraum für Rückschläge.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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