Claude Code soll keine Kopien bestehender Spiele mehr bauen
Anthropic hat dem Prompt von Claude Code auf Opus 5.5 nach Berichten zwei Sätze hinzugefügt. Wortlaut, Zeitpunkt und Ebene der Regel sind offen. Erste Nutzer melden Fehlablehnungen bei legitimen Aufgaben.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Anthropic-Mitarbeiter Addy Osmani bestätigte zwei Sätze im Claude-Code-Prompt von Opus 5.5 gegen Nachbauten fremder Spiele.
- Erlaubt sind Original-, Genre-Spiele und Spiele aus eigenen Entwürfen und Assets; Nachbauten bestehender Spiele sind untersagt.
- Bei Fehlablehnungen eigener Projekte sollen Entwickler sich bei Osmani melden.
- Der X-Nutzer 'chasm' entdeckte die Regel um den 27. Oktober in einer JSON-Datei namens 'tengu_heron_brook'.
- XDA bestätigte die Regel in Claude Code Version 2.1.314 vom 30. Oktober.
Claude Code darf keine Kopien bestehender Spiele mehr bauen, auch nicht umbenannte
Anthropic hat den Prompt von Claude Code für Opus 5.5 um eine Regel ergänzt. Sie untersagt den Nachbau eines bestimmten existierenden Spiels. Sinngemäß gilt das auch, wenn der Nutzer das Spiel umbenennt oder als Original ausgibt. Nach übereinstimmenden Berichten bleiben Original-Spiele erlaubt, ebenso Spiele innerhalb eines Genres und Spiele auf Basis eigener Entwürfe und Assets.
Addy Osmani, Mitarbeiter von Anthropic, hat die Änderung öffentlich bestätigt. Dem Prompt seien zwei Sätze hinzugefügt worden, um das Modell vom Nachbau fremder Spiele abzubringen. Als Begründung nannte er, dass die Nutzung von Claude zur Verletzung geistigen Eigentums gegen die Nutzungsrichtlinie verstoße. Auf Nachfrage von Game Developer verwies Anthropic lediglich auf Osmanis Beitrag. Eine separate Stellungnahme des Unternehmens ist nicht belegt.
Von „chasm“ entdeckt, von XDA in Version 2.1.314 nachgewiesen
Entdeckt hat die Änderung der X-Nutzer „chasm“ um den 27. Oktober. Die Regel steht in einer JSON-Datei unter dem Namen „tengu_heron_brook“. XDA prüfte unabhängig und fand sie in Claude-Code-Version 2.1.314, die am 30. Oktober erschien. Laut dem Bericht von Ars Technica über XDA wurde der Flag-Name in früheren Versionen für andere Zwecke genutzt. Zudem scheine Opus 5.5 eigene Anweisungen zu Spiele-Nachbauten zu haben.
Offen bleibt einiges. Osmani bestätigte nach den vorliegenden Zitaten Existenz und Zweck der zwei Sätze, nicht ausdrücklich deren Wortlaut. Die Berichte weichen im Detail ab: Mal heißt es „renamed“, mal „named“, mal „Don’t“, mal „Do not“. Ungeklärt ist auch der Abstand zwischen dem 27. und dem 30. Oktober. Ebenso wenig klar ist, ob es sich um eine einzige Regel handelt oder um zwei Ebenen: den Claude-Code-Prompt und das Prompt-Bündel des Modells.
Dekompilierungs-Welle und Kopien auf Steam als Auslöser
Anlass ist laut den Berichten eine Welle KI-gestützter Reverse-Engineering-, Dekompilierungs- und Portierungsprojekte. Genannt werden Halo: Combat Evolved, GTA: Vice City, Call of Duty: Black Ops und The Simpsons: Hit & Run im Browser, dazu ein Community-Projekt zu Bloodborne. Indie-Entwickler nahmen aus Angst vor Kopien ihre Demos offline.
Ein Reddit-Beitrag vom 20. Oktober schildert, dass kurz nach der Vorstellung von Projekten ähnliche Kopien auf Steam auftauchten, etwa bei „Needle in a Haystack“. Bethesda ging offenbar juristisch gegen ein KI-generiertes Fallout-Spiel vor. Es wurde vom Netz genommen. Einen belegten ursächlichen Zusammenhang mit der Prompt-Änderung liefern die Quellen nicht.
Fehlablehnungen bei Crash-Dumps, Anti-Cheat und Sicherheitsreviews
Nutzer berichten laut aiweekly.co von Ablehnungen bei Aufgaben ohne Spielbezug. Genannt werden die Analyse eines Windows-Crash-Dumps, die Bereinigung von Junkware auf einem Samsung-Fernseher, Anti-Cheat-Entwicklung, Sicherheitsreviews und das Tool „Reverse Engineer Anything“. Diese Angaben sind Nutzerberichte und nicht verifiziert. Nach Angaben von „chasm“ lässt sich die Regel nicht abschalten.
Osmani kündigte an, die Regel nachzujustieren. Wer eine Ablehnung bei einem eigenen Projekt erlebe, solle sich bei ihm melden. Ars Technica bezweifelt zugleich, dass die Regel die Welle KI-gestützter Portierungen und Kopien nennenswert bremst.



