Live OECD startet automatisiertes Monitoring für KI-Vorfälle und veröffentlicht Werkzeugkatalog

ChatGPT Work: OpenAI bringt KI-Agenten mit Cloud-VM für E‑Mail, Slack und Kalender

Der neue Dienst auf Basis von GPT‑5.6 soll komplexe Arbeitsabläufe eigenständig über Stunden abwickeln und wird zunächst für Pro-, Enterprise- und Edu‑Kunden freigeschaltet.

Veröffentlicht: 18.07.2026 ·3 Min Lesezeit
ChatGPT Work: OpenAI bringt KI-Agenten mit Cloud-VM für E‑Mail, Slack und KalenderMit KI erstellt

OpenAI hat am Donnerstag mit ChatGPT Work einen neuen KI-Agenten veröffentlicht, der tief in die bestehende ChatGPT-Plattform integriert ist und weit über die reine Textgenerierung hinausgeht. Der cloudbasierte Dienst wird vom neuesten hauseigenen Modell GPT‑5.6 angetrieben und zielt darauf ab, ChatGPT von einem Frage‑Antwort‑Werkzeug zu einer autonomen Arbeitsplattform zu transformieren. ChatGPT Work kann kontextbezogen auf verbundene Apps, Dateien und Workflows zugreifen, um fertige Dokumente, Tabellen, Präsentationen, Berichte und Websites zu erstellen. Dabei zerlegt der Agent ein vorgegebenes Ziel in einzelne Schritte und bleibt über Stunden an komplexen Projekten dran – ohne dass der Nutzer eingreifen muss.

Eine persistente Cloud‑VM, die nie schläft

Das architektonische Herzstück von ChatGPT Work ist eine persistente virtuelle Maschine, die auf den Servern von OpenAI läuft und dem Nutzer jederzeit zur Verfügung steht – unabhängig vom verwendeten Gerät. Anders als bei manchen Konkurrenzprodukten muss der lokale Rechner nicht eingeschaltet oder verbunden bleiben. OpenAI betont, dass diese ständige Verfügbarkeit ein zentrales Merkmal sei: „Alle Plus‑Nutzer erhalten den Agenten.“ Alle bezahlten Pläne, inklusive Plus, erhalten ChatGPT Work.

GPT‑5.6 als Motor für mehrstündige Projekte

Unter der Haube arbeitet das aktuelle Flaggschiff‑Modell GPT‑5.6, das nicht nur für die Sprachverarbeitung zuständig ist, sondern auch die Planung und Ausführung der mehrschrittigen Aufgaben steuert. Der Agent kann ein gewünschtes Ergebnis entgegennehmen, es in kleinere Arbeitsschritte zerlegen und diese sequenziell abarbeiten. Dabei greift er auf angebundene Apps, Code‑Repositories und Messaging‑Dienste zu. Das Ergebnis sind fertige Artefakte wie Berichte, Kalkulationstabellen oder Präsentationen, die ohne manuelles Zutun entstehen.

Integration per Plugins: Slack, Gmail und mehr

ChatGPT Work dockt über Plugins an gängige Unternehmensanwendungen an. In der ersten Ausbaustufe werden Slack, Gmail und Kalender unterstützt, weitere Apps sollen folgen. Der Agent kann so beispielsweise E‑Mails verfassen und versenden, Slack‑Nachrichten koordinieren oder Termine planen, ohne dass der Nutzer zwischen verschiedenen Programmen wechseln muss.

Rollout: Erst Pro und Enterprise, dann Plus

Die Einführung erfolgt gestaffelt: Zunächst wird ChatGPT Work für Nutzer der Tarife Pro, Enterprise und Edu freigeschaltet. In den kommenden Tagen sollen dann auch Plus‑ und Business‑Kunden Zugriff erhalten. OpenAI betont, dass letztlich alle Bezahlpläne – einschließlich des vergleichsweise günstigen Plus‑Abos – den Agenten nutzen können werden.

Vom Chatbot zur Arbeitsplattform

Mit ChatGPT Work vollzieht OpenAI den bislang deutlichsten Schritt, um ChatGPT als ernstzunehmende Arbeitsplattform zu etablieren. War der Dienst bisher vor allem als Konversations‑KI bekannt, soll er nun zum zentralen Hub für die Erledigung komplexer, mehrstufiger Aufgaben werden. Der Agent kann Websites erstellen, was die Flexibilität des Dienstes unterstreicht.

IPO im Hintergrund: Bewertung bis 852 Mrd. USD

Die Produktankündigung fällt in eine Zeit außergewöhnlicher finanzieller Weichenstellungen für OpenAI. Das Unternehmen hat kürzlich einen vertraulichen S‑1‑Registrierungsantrag bei der US‑Börsenaufsicht SEC eingereicht und bereitet damit einen der größten Technologie‑Börsengänge der Geschichte vor. Die kolportierten Bewertungen liegen zwischen 730 und 852 Mrd. USD.

Ähnliche Artikel