Bots lieferten 76 Prozent der Eingaben zur britischen Vape-Konsultation
Eine Studie in Tobacco Control wirft ein Licht auf automatisierte Einflussnahme: 90.835 von 118.756 Eingaben schloss das Gesundheitsministerium aus
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Die Studie in Tobacco Control stützt sich auf Konsultationsberichte und FOI-Anfragen an das DHSC.
- Das DHSC schloss 90.835 von 118.756 Eingaben (76 %) als Bot-Eingaben aus dem Bericht aus.
- Das offizielle Ergebnis auf gov.uk nennt knapp 28.000 Antworten; die Differenz beträgt 27.921.
- Alle Bot-Eingaben bestanden nur aus Multiple-Choice-Auswahlen, bis auf zwei gegen Einwegvapes-Beschränkungen gerichtet.
- Die Studie nennt weder Urheber noch Auftraggeber der Bot-Kampagne; das Ziel sei laut Autoren „nicht bekannt“.
76 Prozent der Eingaben stammten von Bots und flossen nicht in die Auswertung
Von 118.756 Eingaben zur britischen Konsultation über eine rauchfreie Generation und Einwegvapes kamen 90.835 (76 Prozent) von Bots. So steht es in einer Analyse im Fachjournal Tobacco Control. Verfasst haben sie Nason Maani (Universität Edinburgh) und Anna Gilmore (Universität Bath). Grundlage sind veröffentlichte Konsultationsberichte und Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz (FOI) an das Gesundheitsministerium DHSC.
Das DHSC stufte die 90.835 Eingaben mithilfe einer Bot-Erkennung als betrügerisch ein und schloss sie vor der Auswertung aus. Die Bot-Antworten gingen also nicht in die Entscheidung ein. Nach Darstellung der Autoren ist dies wohl der erste dokumentierte Fall großflächiger automatisierter Einflussnahme auf eine formale gesundheitspolitische Konsultation in Großbritannien.
Die Originalstudie lag nicht vor. Alle Angaben stammen aus Sekundärberichten und dem Konsultationsergebnis auf gov.uk.
Fast alle Bot-Antworten lehnten Einwegvape-Beschränkungen ab
Die Bot-Eingaben bestanden laut den Berichten ausschließlich aus Multiple-Choice-Auswahlen. Bis auf zwei bezogen sie sich auf dieselbe Frage und lehnten die geplanten Beschränkungen für Einwegvapes ab. Praktisch alle gaben an, über soziale Medien auf die Konsultation gestoßen zu sein.
Bei den Erkennungsmerkmalen weichen die Angaben voneinander ab. Laut IBTimes kamen die Einträge in hoher Frequenz aus einem kleinen Cluster von IP-Adressen. Metro berichtet unter Berufung auf Maani von einer Welle nahezu identischer Multiple-Choice-Antworten. Maani betont dort, es gehe nicht um typische Merkmale KI-generierter Texte wie Em-Dashes oder Emojis.
Belegt sind damit automatisierte, nahezu identische Eingaben. Ob generative KI im Spiel war, lässt sich dem Material nicht entnehmen. Reine Auswahlantworten enthalten zudem keinen Freitext, den ein Sprachmodell hätte erzeugen können.
Rund 28.000 übrige Antworten zeigten laut Regierung klare Zustimmung
Das offizielle Ergebnis auf gov.uk nennt knapp 28.000 Antworten. Das passt zur Differenz aus 118.756 und 90.835 Eingaben. Die Regierung wertete die verbleibenden Antworten als große Mehrheit für die Pläne zur rauchfreien Generation und als klare Zustimmung zum Verbot von Einwegvapes.
Die Konsultation erschien am 12. Oktober 2023, acht Tage nach dem Plan „Stopping the start“ vom 4. Oktober 2023.
Bei der Zustimmung unter den gültigen Antworten weichen die Quellen ab. Drei nennen 79,6 Prozent für Beschränkungen von Einwegvapes, eine Zusammenfassung des Portals hyper.ai 77 Prozent. Warum die Werte differieren, bleibt unklar. Nur die Originalstudie könnte das klären.
Wer hinter der Kampagne steckt, bleibt offen
Die Studie nennt weder Urheber noch Auftraggeber der Bot-Kampagne. Das Ziel sei „nicht bekannt“, schreiben die Autoren. Spekulationen darüber sind damit nicht gedeckt.
Offen ist auch, wer die Bots entdeckte. Die meisten Quellen schreiben die Einstufung als betrügerisch dem DHSC zu. Metro berichtet dagegen, die Forschenden aus Edinburgh hätten die Automatisierung entdeckt. Wie viel die Autoren selbst zusätzlich prüften, ist unklar. Ebenso wenig lässt sich klären, ob das DHSC die Zahlen schon früher selbst veröffentlicht hatte.



