Anthropic-Börsengang: Kein Risikokapitalgeber erreicht die 5-Prozent-Schwelle
Laut S-1 kommt keine der genannten VC-Firmen auf fünf Prozent. Amazon könnte nach TechCrunch-Einschätzung am stärksten profitieren, die Gründer behalten die Stimmrechtsmehrheit.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Anthropic hat am 26. Oktober 2026 das Formular S-1 bei der SEC eingereicht.
- Die Class-A-Aktien sollen unter dem Kürzel „ANT“ an der Nasdaq gelistet werden.
- Laut S-1 hält Amazon zum 30. Juni 2026 ausstehende Wandelanleihen über 6,2 Mrd. USD.
- Laut S-1 hat Google eine im März 2026 vereinbarte Kaufoption über bis zu 10 Mrd. USD.
- Anthropic verpflichtet sich, von Mai 2026 bis April 2036 mindestens 110 Mrd. USD für AWS auszugeben.
Kein Risikokapitalgeber erreicht bei Anthropic die 5-Prozent-Schwelle
Kein genannter Risikokapitalgeber kommt bei Anthropic auf fünf Prozent. Erst ab dieser Schwelle taucht ein Anteilseigner in der Tabelle der Hauptaktionäre auf. Das berichtet TechCrunch unter Berufung auf den Börsenprospekt. Betroffen sind Menlo Ventures, Sequoia, Sound Ventures und Spark Capital. Die Tabelle selbst konnten wir nicht einsehen. Wir stützen uns auf die Wiedergabe der Fachquelle.
Die Größe des Unternehmens erklärt vieles. Bei der letzten privaten Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar (Serie H, Mai 2026) entspricht ein Prozent knapp 10 Milliarden US-Dollar. Menlos Position von rund 14 Milliarden US-Dollar ergibt damit etwa 1,5 Prozent. Grundlage sind kürzlich berichtete Bloomberg-Zahlen. Iconiq kommt nach Bloomberg-Angaben auf rund 17 Milliarden US-Dollar, also rechnerisch etwa 1,8 Prozent. Diese Werte sind Schätzungen aus den Bloomberg-Zahlen. Die S-1 nennt sie nicht.
Anthropic hat das Formular S-1 am 26. Oktober 2026 bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Die Class-A-Aktien sollen unter dem Kürzel „ANT“ an der Nasdaq gehandelt werden.
Amazons Wandelanleihen: 6,2 Mrd. USD Nennbetrag und die Frage nach dem Profiteur
Laut S-1 hält Amazon zum 30. Juni 2026 Wandelanleihen mit einem ausstehenden Nennbetrag von 6,2 Milliarden US-Dollar. TechCrunch zufolge entspricht das Anthropics gesamter Schuldenlast. Wandelanleihen sind Schuldtitel, die sich beim Börsengang oder bei einem Verkauf in Aktien umwandeln lassen. Steigt die Bewertung, gewinnen die Anteile an Wert, in die sie sich wandeln lassen.
TechCrunch hält Amazon für „likely“ den größten finanziellen Profiteur des Börsengangs. Das ist eine Einschätzung von TechCrunch, keine Angabe aus der S-1.
Amazons eigener Quartalsbericht (10-Q) nennt andere Größenordnungen: 8 Milliarden US-Dollar in Anthropic-Wandelanleihen, dazu je 5 Milliarden US-Dollar in nicht stimmberechtigten Vorzugsaktien der Serien G und H. Die Abweichung zu 6,2 Milliarden US-Dollar muss kein Widerspruch sein. Die Zahlen könnten unterschiedliche Größen abbilden, etwa den ausstehenden Nennbetrag und die investierte Summe. Eine Erklärung liefert das vorliegende Material nicht.
Gründer behalten die Stimmrechtsmehrheit, Google besitzt eine Kaufoption
Die Gründer haben die Stimmrechtsmehrheit. Sie bestimmen drei der sieben Verwaltungsratsmitglieder. Anthropic ist als Public Benefit Corporation organisiert.
Die S-1 beschreibt außerdem eine Option für Google, die im März 2026 vereinbart wurde. Demnach darf der Konzern Class-N-Stammaktien im Wert von bis zu 10 Milliarden US-Dollar in einer Privatplatzierung zum Börsenpreis kaufen. Die S-1 führt das als mögliche Transaktion auf. Einen vollzogenen Kauf verzeichnet sie nicht.



