YouTube Music kennzeichnet KI-Songs ab sofort auf der Player-Seite
Das Label beruht auf Angaben der Musikpartner und auf eigener Erkennung. Offen sind die Grenze für „überwiegend“, mögliche Sanktionen und der Termin für die Haupt-App.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- YouTube Music startet am 14. Oktober ein Label für KI-Songs auf der Player-Seite.
- Das Label gilt für Titel, die laut YouTube 'primarily' mit generativer KI entstanden sind.
- Es erscheint bei Titeln, in denen KI eine 'significant role' spielte.
- Die Labels sollen auf die YouTube-Haupt-App ausgeweitet werden; ein Termin fehlt.
- Partner deklarieren KI-Einsatz als 'Fully Gen AI', 'Partly Gen AI' oder 'No Gen AI'.
YouTube Music kennzeichnet KI-Songs ab dem 14. Oktober auf der Player-Seite
Am Mittwoch, dem 14. Oktober, führt YouTube Music ein Label für Songs ein, die überwiegend mit generativer KI entstanden sind. Es erscheint auf der Player-Seite. Ein Tipp darauf öffnet ein Menü mit weiteren Angaben zur Rolle der KI.
Laut YouTube greift das Label bei Titeln, die „primarily“ mit generativer KI erstellt wurden, etwa wenn Komposition und Gesang von einem generativen Modell stammen. Es taucht außerdem bei Titeln auf, in denen KI eine „significant role“ spielte. The Verge zufolge zielt der Ansatz auf substanzielle KI-Erzeugung oder -Veränderung. Nicht gemeint ist jede Nutzung eines KI-Werkzeugs in der Musikproduktion.
Die Labels sollen später auch in der Haupt-App von YouTube erscheinen. Einen Termin nennt das Unternehmen nicht.
Als Grund nennt YouTube einen Wunsch der Hörer: Nutzer hätten Transparenz bei KI-Tracks verlangt. Ziel sei es, Zuschauern und Hörern die richtigen Informationen „as easy as possible“ zu liefern. Das ist eine Herstellerangabe. Belege dafür, etwa Umfragen, liegen nicht vor.
Partner deklarieren in drei Stufen, YouTube ergänzt mit eigener Erkennung
Zwei Quellen entscheiden, welche Titel das Label bekommen: die Musikpartner und YouTubes eigene Erkennungswerkzeuge. Beim Hochladen geben Partner den KI-Einsatz in drei Kategorien an. „Fully Gen AI“ steht für komplett KI-generierte Tracks. „Partly Gen AI“ bezeichnet Werke mit KI-Elementen, zu denen Künstler eigene Live-Anteile wie Gesang oder Instrumente ergänzen. „No Gen AI“ gilt etwa für Titel, die nur mit Pitch-Korrektur wie Auto-Tune bearbeitet wurden. TechCrunch beruft sich dabei auf die YouTube-Hilfeseite. Fehlt eine Deklaration, kann YouTube laut The Verge auf andere Signale zurückgreifen.
Die Neuerung ergänzt bestehende Regeln. Creator müssen in Creator Studio schon jetzt realistische Inhalte offenlegen, die Zuschauer leicht für echte Personen, Orte oder Ereignisse halten könnten. Das Label lautet dort „altered or synthetic content“. PCMag zufolge fällt auch KI-generierte Musik in Videos darunter. Die Regel ist allerdings nicht musikspezifisch. Davon getrennt können Musikpartner die Entfernung von KI-Musik beantragen, die die Gesangs- oder Rap-Stimme eines Künstlers nachahmt.
Wo genau die Grenze für „überwiegend“ verläuft, bleibt offen. Das Material nennt auch keine Sanktionen für falsche oder fehlende Angaben.
Deezer erkennt und blendet aus, Bandcamp verbietet, YouTube deklariert
Die Plattformen gehen unterschiedlich vor. Bandcamp verbietet KI-Tracks, laut aimusicpreneur solche, die „entirely or mainly by AI“ entstanden sind. Spotify erlaubt KI-unterstützte Musik bei Offenlegung. Deezer erkennt vollständig KI-generierte Tracks automatisch, kennzeichnet sie und schließt sie aus Empfehlungen und Editorial-Playlists aus. Außerdem arbeitet Deezer an einem Schalter, der KI-Musik in der Suche ausblendet. Ein Stability-AI-Überblick teilt die Branche in zwei Lager: Deklaration und Label auf der einen Seite, Erkennung mit Konsequenzen auf der anderen. YouTube liegt mit Deklaration plus eigener Erkennung dazwischen.
Bei Deezers Zahlen weichen Sekundärquellen voneinander ab. Über 50 Prozent der Uploads an Spitzentagen, rund 90.000 Tracks, bei nur 1 bis 3 Prozent der Streams: Eine Quelle nennt dafür Juni, eine andere Juli. Andere Quellen nennen 39 und 44 Prozent. Deezers Originalmeldung liegt nicht vor.
Bei Apple Music ist die Lage unklar. Eine Quelle meldet gestartete freiwillige Tags, eine andere kündigt „Made With AI“-Labels für „later this year“ an.



