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Trump bestätigt privates Abendessen mit Anthropic-CEO Amodei

Nach Spannungen um KI-Regulierung und Exportkontrollen soll es zum ersten Einzelgespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und Dario Amodei kommen.

· Veröffentlicht: 28.09.2026 ·4 Min Lesezeit
Trump bestätigt privates Abendessen mit Anthropic-CEO AmodeiMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Dario Amodei, CEO von Anthropic, soll ein privates Abendessen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus haben; Trump bestätigte das Abendessen am Sonntagabend.
  • Das Abendessen wäre laut US-Medien das erste Einzelgespräch zwischen Amodei und Trump.
  • Trump bekräftigte bei der Bestätigung seine Ablehnung einer Verlangsamung der KI-Entwicklung und verwies auf den Vorsprung der USA vor China.
  • Amodei war beim Staatsbankett für den chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Donnerstag nicht unter den Gästen.
  • Amodei traf am Freitag hochrangige Regierungsvertreter im Weißen Haus, darunter Stabschefin Susie Wiles und Finanzminister Scott Bessent; das Weiße Haus bezeichnete das Gespräch als produktiv und konstruktiv.
  • Amodei äußerte am Montag Bedenken gegen die Exportkontrollpolitik der Trump-Administration bei fortschrittlichen KI-Chips.

Trump bestätigt privates Abendessen mit Anthropic-CEO Amodei

US-Präsident Donald Trump hat am Sonntagabend ein privates Abendessen mit Anthropic-CEO Dario Amodei im Weißen Haus bestätigt. Das Treffen wäre nach Angaben US-amerikanischer Medien das erste Einzelgespräch zwischen den beiden. Die Ankündigung erfolgt nach monatelangen offenen Konflikten zwischen dem KI-Unternehmen und der Trump-Administration.

Bei der Bestätigung bekräftigte Trump seine Ablehnung einer Verlangsamung der KI-Entwicklung. Er verwies auf den Vorsprung der USA vor China und erklärte, neue Regulierungen würden China die Möglichkeit eröffnen, die Vereinigten Staaten bei der KI-Entwicklung zu überholen. "Wir sind China etwa anderthalb Jahre voraus", sagte Trump dem Sender Fox News am Rande des Presidents-Cup-Golfturniers in Illinois. "Wir führen, und wir bauen enorme Anlagen im Wert von Billionen Dollar. Warum sollten wir das aufgeben?"

Trump räumte zwar ein, dass Amodei Bedenken habe, ein zu schnelles Vorgehen bei künstlicher Intelligenz könne die Risiken vergrößern. Für wichtiger hält der Präsident jedoch, dass die USA ihren technologischen Vorsprung vor China behaupten. Das Abendessen findet damit vor dem Hintergrund grundlegend unterschiedlicher Positionen zur Geschwindigkeit der KI-Entwicklung statt.

Amodeis Fehlen beim Staatsbankett wirft Fragen auf

Amodeis Abwesenheit beim Staatsbankett für den chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Donnerstag hatte bereits Aufmerksamkeit erregt. Während zahlreiche führende Technologie- und KI-Manager an dem Abendessen im Weißen Haus teilnahmen – darunter OpenAI-CEO Sam Altman, Nvidia-CEO Jensen Huang, Apple-Verwaltungsratschef Tim Cook, Meta-CEO Mark Zuckerberg, Tesla-CEO Elon Musk, Amazon-Gründer Jeff Bezos und Alphabet-CEO Sundar Pichai – fehlte der Anthropic-Chef auf der Gästeliste.

Der Grund für Amodeis Abwesenheit ist nicht öffentlich bekannt. Eine offizielle Begründung liegt nicht vor. Andere Darstellungen stellen eine kausale Verbindung her: Trump habe Amodeis Aufruf zur Verlangsamung der KI-Entwicklung zurückgewiesen, was dazu geführt habe, dass Anthropic keinen Platz am Tisch bekam. Diese Erklärung wird jedoch nicht durch eine offizielle Bestätigung gestützt. Die widersprüchlichen Darstellungen verdeutlichen, wie angespannt das Verhältnis zwischen dem KI-Unternehmen und der Administration zuletzt war.

Vorausgegangene Gespräche und öffentliche Spannungen

Bereits am Freitag hatte Amodei hochrangige Regierungsvertreter im Weißen Haus getroffen. An dem Gespräch nahmen Stabschefin Susie Wiles und Finanzminister Scott Bessent teil. Das Weiße Haus bezeichnete das Treffen als "produktiv und konstruktiv". Man habe Möglichkeiten der Zusammenarbeit sowie gemeinsame Ansätze und Protokolle zur Bewältigung der Herausforderungen bei der Skalierung dieser Technologie erörtert, hieß es in einer Stellungnahme. Auch die Balance zwischen Innovationsförderung und Sicherheit sei Thema gewesen.

Nur wenige Tage später äußerte Amodei am Montag Bedenken gegen die Exportkontrollpolitik der Trump-Administration bei fortschrittlichen KI-Chips. Er warnte, einige Regierungsvertreter täten "die falschen Dinge bei den Chip-Exportkontrollen". Manche begriffen nicht, dass es sich nicht um ein wirtschaftliches Rennen zur Verbreitung von Technologie handle, sondern um den Versuch, die mächtigste Technologie der Welt zu bauen.

Trump wiederum verteidigte am Montag seinen KI-Ansatz und nannte Amodei namentlich als jemanden, der "Schlechtes" getan habe, jetzt aber einen "perfekten kleinen Engel" spiele. Der Präsident erklärte, die einzigen nötigen Schutzmaßnahmen für KI seien ein "starker und kluger Präsident". Die unmittelbare Vorgeschichte des Abendessens ist damit von öffentlichen Spannungen geprägt.

Was das Abendessen für KI-Politik und Regulierung bedeuten könnte

Die Positionen, mit denen Trump und Amodei in das Abendessen gehen, könnten kaum unterschiedlicher sein. Trump lehnt eine Verlangsamung der KI-Entwicklung ab und betont den Vorsprung der USA vor China. Neue Regulierungen würden aus seiner Sicht China in die Hände spielen. Amodei hingegen hat sich wiederholt für Sicherheitsmaßnahmen ausgesprochen und zuletzt Bedenken gegen die Exportkontrollpolitik bei KI-Chips geäußert.

Ob das Abendessen zu einer Annäherung führt oder bestehende Konfliktlinien verfestigt, ist offen. Die Tatsache, dass Trump das Treffen bestätigte und dabei seine Position bekräftigte, deutet darauf hin, dass er nicht beabsichtigt, von seinem Kurs abzuweichen. Gleichzeitig zeigt die Bereitschaft zu einem Einzelgespräch, dass beide Seiten ein Interesse an direktem Austausch haben. Für Anthropic, das sich in Washington zunehmend als sicherheitsorientierter Akteur positioniert, könnte das Abendessen eine Gelegenheit sein, die eigenen Bedenken direkt beim Präsidenten zu platzieren. Ob daraus eine Zusammenarbeit oder eine weitere Eskalation der Spannungen folgt, bleibt abzuwarten.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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