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Telekom beziffert erstmals KI-Einsparziele: 2,5 Mrd. Euro bis 2030

Die Deutsche Telekom hat erstmals konkrete Einsparziele durch Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung beziffert. Bis 2030 sollen die indirekten jährlichen Kosten außerhalb der USA gegenüber dem Jahr 2023 um rund 2,5 Milliarden Euro sinken, wie der Dax-Konzern anlässlich eines Investorentags

· Veröffentlicht: 05.10.2026 ·3 Min Lesezeit
Telekom beziffert erstmals KI-Einsparziele: 2,5 Mrd. Euro bis 2030Mit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Die Deutsche Telekom will bis 2030 die indirekten jährlichen Kosten außerhalb der USA gegenüber 2023 um rund 2,5 Mrd. Euro durch KI und Automatisierung senken.
  • Für 2027 rechnet die Telekom mit Einsparungen von rund 1,1 Mrd. Euro gegenüber 2023.
  • Der KI-bezogene Umsatz der Telekom außerhalb der USA soll bis 2030 auf 800 Mio. Euro steigen; aktuell liegt er bei rund 250 Mio. Euro.
  • Die Telekom bestätigt ihre Prognose und die mittelfristigen Ziele.
  • Die Telekom nutzt KI bereits im Kundenservice, unter anderem beim automatischen Ticket-Handling mit Large Language Models seit August 2024.
  • Die Telekom hat im vierten Quartal 2024 Magenta AI eingeführt, das einen Chatbot und eine KI-gestützte Suchmaschine umfasst.

Telekom beziffert erstmals KI-Einsparziele: 2,5 Mrd. Euro bis 2030

Die Deutsche Telekom hat erstmals konkrete Einsparziele durch Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung beziffert. Bis 2030 sollen die indirekten jährlichen Kosten außerhalb der USA gegenüber dem Jahr 2023 um rund 2,5 Milliarden Euro sinken, wie der Dax-Konzern anlässlich eines Investorentags in Bonn mitteilte. Für 2027 rechnet das Unternehmen mit Einsparungen von rund 1,1 Milliarden Euro. Diese quantifizierten Zielwerte sind neu; zuvor hatte die Telekom keine derart konkreten Zahlen öffentlich genannt. Die Einsparungen sollen durch den Einsatz von KI in verschiedenen Bereichen erreicht werden: So erkenne KI Auslastungen im Mobilfunknetz früher, unterstütze Beschäftigte im Kundenservice und helfe, Anliegen direkt zu lösen. Vorstandschef Tim Höttges sagte: "KI verändert die Telekom von Grund auf. Sie macht unsere Netze noch besser und intelligenter, unseren Service persönlicher und eröffnet neue Geschäftsmodelle, vom KI-Assistenten im Telefonat bis zur souveränen Infrastruktur für Europas Industrie." Höttges stellte zugleich klar, die Deutsche Telekom werde kein KI-Unternehmen. Die Telekom bestätigte zudem ihre bestehende Prognose und die mittelfristigen Finanzziele. Die Telekom-Aktie zeigte sich vorbörslich auf Tradegate kaum bewegt gegenüber dem Xetra-Schlusskurs.

KI-Umsatz soll auf 800 Mio. Euro steigen – und weitere KI-Anwendungen

Der KI-bezogene Umsatz außerhalb der USA soll bis 2030 auf 800 Millionen Euro steigen. Aktuell liegt er nach Konzernangaben bei rund 250 Millionen Euro – das entspricht einer Verdreifachung. Die Telekom sieht in souveräner KI für Europa ein Wachstumsgeschäft: Unternehmen und öffentliche Einrichtungen sollen KI auch für sensible Aufgaben nutzen können, wobei die Kontrolle über Daten und Betrieb bei ihnen bleibt. Eine Grundlage dafür ist die Industrial AI Cloud in München, in der Unternehmen industrielle Simulationen und KI-gestützte Prozesse betreiben können. Bereits heute setzt die Telekom KI im Kundenservice ein: Seit August 2024 nutzt der Konzern beim automatischen Ticket-Handling große KI-Sprachmodelle (Large Language Models), die aus Kundenmeldungen Problembilder herausfiltern und strukturieren. Im vierten Quartal 2024 wurde Magenta AI eingeführt, das einen Chatbot und eine KI-gestützte Suchmaschine umfasst. Auch die Netze sollen zunehmend autonom werden: KI soll Mobilfunkzellen an die erwartete Auslastung anpassen und Frequenzen bei schwacher Nachfrage in den Schlafmodus schicken, um den Stromverbrauch zu senken. Im Geschäft mit Privatkunden sollen neue KI-Dienste wie Liveübersetzung von Telefonaten oder automatische Zusammenfassungen zum Wachstum beitragen. Die Telekom sieht darin Potenzial für Zusatzdienste und neue Tarifangebote, die zusätzliche Umsätze im Privatkundengeschäft ermöglichen. Die Telekom bestätigte ihre Prognose und die mittelfristigen Ziele.

Offene Fragen: Stellenabbau unklar, Widerspruch beim Zeitpunkt der Einsparungen

Beim Zeitpunkt der Einsparungen von 1,1 Milliarden Euro gibt es einen Widerspruch: Mehrere Quellen nennen das Jahr 2027 als Ziel, eine andere Quelle spricht vom "kommenden Jahr" ohne konkrete Jahresangabe. Die Diskrepanz wird in den Unterlagen nicht aufgelöst; möglicherweise liegen unterschiedliche Definitionen oder Zeiträume zugrunde, doch die Telekom hat dazu keine Klarstellung gegeben. Offen ist zudem, wie viele Arbeitsplätze durch den KI-Einsatz abgebaut werden – dazu machte der Konzern keine Angaben. Auch die zusätzlichen Ausgaben, etwa Gebühren für die KI-Nutzung, beziffert die Telekom nicht; die tatsächlichen Einsparungen könnten daher niedriger ausfallen. Einen Teil des eingesparten Geldes will die Telekom in den Glasfaserausbau stecken. Die Telekom sieht in Europas Bedarf an souveräner KI eine große Geschäftschance, bleibt aber bei konkreten Angaben zu möglichen Stellenstreichungen vage.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. www1.wdr.de ↗

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