Spotify kennzeichnet KI-generierte Künstlerprofile mit „AI Persona“-Badge
Ab Mitte September kennzeichnet Spotify KI-generierte Künstlerprofile mit einem Badge und schließt sie von Empfehlungen aus.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Spotify führt ein 'AI Persona'-Badge für KI-generierte Künstlerprofile ein.
- Das Badge erscheint ab Mitte September 2025 auf den Profilen.
- Musik von KI-generierten Künstlern wird aus redaktionellen und algorithmischen Empfehlungen ausgeschlossen.
- Künstler können sich ab dem 11. August 2025 selbst als KI-generiert deklarieren.
- Spotify wird Profile auch eigenständig überprüfen und kennzeichnen, ohne sich allein auf Selbstauskünfte zu verlassen.
- Ziel der Maßnahme ist mehr Transparenz für die Hörer.
Spotify kennzeichnet KI-generierte Künstlerprofile
Ab Mitte September 2025 versieht Spotify Profile, deren Identität KI-generiert ist und keine reale Person darstellt, mit einem „AI Persona“-Badge. Das Label erscheint auf dem Künstlerprofil sowie in Playlist-Tracklistings. Künstler können sich bereits seit dem 11. August 2025 selbst als KI-generiert deklarieren. Spotify verlässt sich jedoch nicht allein auf diese Selbstauskunft: Das Unternehmen setzt eine Kombination aus automatisierten Analyseverfahren und manuellen Reviews ein, um KI-Profile zu identifizieren und das Badge fortlaufend zu vergeben. Dabei wird bewertet, ob die Künstleridentität maßgeblich durch generative KI erzeugt wurde und keine echte Person dahintersteht. Die Kennzeichnung soll Hörern mehr Transparenz über die Herkunft der Musik bieten und verhindern, dass sie durch Profile getäuscht werden, die menschliche Künstler vortäuschen. Mit dem Badge können Nutzer fundiert entscheiden, ob sie einem solchen Künstler folgen oder seine Musik hören möchten.
Ausschluss aus redaktionellen und algorithmischen Empfehlungen
Mit der Einführung des Badges geht ein Ausschluss aus den Empfehlungssystemen einher: Musik von Profilen mit dem „AI Persona“-Label erscheint weder in redaktionellen Playlists noch in personalisierten algorithmischen Empfehlungen. Spotify begründet diesen Schritt mit dem Schutz vor Täuschung: Hörer sollen nicht unbewusst auf synthetische Profile stoßen, die menschliche Künstler vortäuschen. Für KI-Künstler bedeutet dies einen erheblichen Reichweitenverlust, da die algorithmische Kuratierung eine zentrale Entdeckungsquelle auf der Plattform ist. Das Unternehmen hatte zuvor bereits 75 Millionen als „spammy“ eingestufte KI-Tracks entfernt – darunter versteht Spotify massenhaft generierte, qualitativ minderwertige Inhalte, die zur Manipulation von Streams oder zur Irreführung von Hörern dienen können. Diese Entfernung unterstreicht die Notwendigkeit des neuen Badges, um solche Praktiken einzudämmen. Profile, die überwiegend KI-generierte Musik repräsentieren, sind zudem von der Verifizierung ausgeschlossen.
Zwischen Misstrauen und Marketing: Die Community diskutiert Spotifys KI-Label
Während PM-88 in r/truespotify Spotify vorwirft, mit gefälschten Biografien und Bildern KI-Künstler zu verschleiern, stellt Forsaken-Plane-9900 klar, dass die Plattform diese Inhalte nicht selbst erstellt – der Druck müsse auf robuste Blockierfunktionen abzielen. Breizh_boy in r/musicbusiness warnt unterdessen, dass das neue „Verified Human“-Badge ironischerweise KI-Farmen mit Merch-Angeboten bevorzugen und echte Schlafzimmer-Künstler ohne Social-Media-Präsenz ausschließen könnte.



