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SoftBank schließt letzte 10-Mrd.-Tranche ab – Gesamtengagement steigt auf 64,6 Mrd. USD

Die dritte und letzte Tranche der 30-Mrd.-USD-Folgeinvestition ist ausgeführt; Nvidias Beitrag bleibt unverändert.

· Veröffentlicht: 02.10.2026 ·4 Min Lesezeit
SoftBank schließt letzte 10-Mrd.-Tranche ab – Gesamtengagement steigt auf 64,6 Mrd. USDMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • SoftBank hat am 27. Februar 2026 eine definitive Vereinbarung über eine Folgeinvestition von 30 Mrd. USD in OpenAI über den SoftBank Vision Fund 2 geschlossen.
  • Die 30-Mrd.-USD-Investition ist in drei Tranchen zu je 10 Mrd. USD aufgeteilt, geplant für den 1. April, 1. Juli und 1. Oktober 2026.
  • Am 1. Oktober 2026 wurde die dritte und letzte Tranche von 10 Mrd. USD ausgeführt.
  • SoftBanks kumulierte Investition in OpenAI beträgt nach Abschluss der Tranche 64,6 Mrd. USD, was einem Anteil von ca. 13 % entspricht.
  • Die Finanzierung der letzten Tranche erfolgte aus Erlösen einer Hochzinsanleihe-Emission im Gesamtwert von ca. 11,1 Mrd. USD (10 Mrd. USD plus 1 Mrd. Euro), die am 24. September 2026 bepreist wurde.
  • Die erworbenen Wertpapiere sind Vorzugsaktien, die bei einem Börsengang oder einer vergleichbaren Listung automatisch in Stammaktien umgewandelt werden.

SoftBank schließt letzte 10-Mrd.-Tranche ab – Gesamtengagement steigt auf 64,6 Mrd. USD

SoftBank hat am 1. Oktober 2026 die dritte und letzte Tranche von 10 Mrd. USD seiner im Februar vereinbarten 30-Mrd.-USD-Folgeinvestition in OpenAI ausgeführt. Das gab der Konzern in einer Mitteilung bekannt. Die Zahlung erfolgte über den SoftBank Vision Fund 2 und belief sich auf 1.579,6 Mrd. JPY, umgerechnet zu einem Kurs von 157,96 JPY pro Dollar. Damit steigt das kumulierte Engagement von SoftBank in OpenAI auf 64,6 Mrd. USD. Der Anteil an dem KI-Unternehmen liegt nach Abschluss der Tranche bei etwa 13 Prozent. Die Vereinbarung über die Folgeinvestition war am 27. Februar 2026 geschlossen worden. Sie umfasste insgesamt 30 Mrd. USD, aufgeteilt in drei gleich große Tranchen. Die ersten beiden Zahlungen waren bereits am 1. April und 1. Juli 2026 erfolgt. Mit der finalen Tranche ist das Programm nun vollständig abgeschlossen. Für SoftBank bedeutet das eine erhebliche Ausweitung seiner Position in OpenAI. Seit September 2024 hatte der Konzern bereits 34,6 Mrd. USD über den Vision Fund 2 investiert. Die neue Summe von 64,6 Mrd. USD macht SoftBank zu einem der größten Anteilseigner des ChatGPT-Entwicklers.

Finanzierung über Hochzinsanleihe und Struktur als Vorzugsaktien

Die letzte Tranche wurde aus Erlösen einer Hochzinsanleihe-Emission finanziert. Das Gesamtvolumen der Anleihe belief sich auf etwa 11,1 Mrd. USD, bestehend aus 10 Mrd. USD in Dollar-denominierten Senior Notes und 1 Mrd. Euro in Euro-Notes. Die Konditionen wurden am 24. September 2026 festgelegt. Nach Angaben von SoftBank dienten die Erlöse der Finanzierung der dritten Tranche sowie allgemeinen Unternehmenszwecken. Zuvor hatte SoftBank für die ersten beiden Tranchen Brückenkredite großer Finanzinstitute genutzt. Die im Rahmen der Februar-Runde erworbenen Wertpapiere sind Vorzugsaktien. Diese wandeln sich bei einem Börsengang oder einer vergleichbaren Listung automatisch in Stammaktien von OpenAI um. Die Bewertung von OpenAI bei der Februar-Runde lag bei etwa 730 Mrd. USD pre-money. Nach Abschluss der Runde wurde der Wert auf rund 840 bis 852 Mrd. USD post-money taxiert. Die Struktur als Vorzugsaktien sichert SoftBank bestimmte Vorzugsrechte, während die automatische Umwandlung den Weg für eine spätere Beteiligung an einem börsennotierten Unternehmen ebnet.

Drei-Tranchen-Struktur und frühere SoftBank-Investitionen

Die im Februar 2026 vereinbarte Folgeinvestition von 30 Mrd. USD war in drei Tranchen zu je 10 Mrd. USD aufgeteilt. Die geplanten Zahlungstermine lagen am 1. April, 1. Juli und 1. Oktober 2026. Diese Struktur erlaubte SoftBank, die Mittel schrittweise zu beschaffen und das Risiko über mehrere Monate zu verteilen. Die Vereinbarung enthielt zudem eine Klausel, wonach die Tranchen bei einem erwarteten Börsengang von OpenAI vorgezogen werden konnten. Da kein Börsengang erfolgte, blieb der ursprüngliche Zeitplan bestehen. Vor der Februar-Runde hatte SoftBank seit September 2024 bereits 34,6 Mrd. USD in OpenAI über den SoftBank Vision Fund 2 investiert. Diese früheren Investitionen bildeten die Grundlage für die nun abgeschlossene Folgeinvestition. Mit der finalen Tranche summiert sich das gesamte Engagement auf 64,6 Mrd. USD.

Nvidia-Klarstellung: Keine zusätzliche Oktober-Tranche, 100-Mrd.-Deal auf Eis

In sozialen Medien kursierte ein Beitrag, wonach Nvidia und SoftBank im Oktober 2026 jeweils 10 Mrd. USD in OpenAI investiert hätten. Diese Darstellung ist teilweise falsch. Der SoftBank-Teil trifft zu, wie der Abschluss der dritten Tranche am 1. Oktober belegt. Nvidia hingegen hat keine zusätzliche 10-Mrd.-USD-Tranche im Oktober abgeschlossen. Der Chipkonzern hatte im Februar 2026 30 Mrd. USD zu OpenAIs Finanzierungsrunde beigetragen. Diese Summe stammt aus der Februar-Runde und ist nicht mit einer Oktober-Tranche zu verwechseln. Darüber hinaus wurde im September ein 100-Mrd.-USD-Deal zwischen Nvidia und OpenAI angekündigt. Laut CNBC liegt dieser Deal jedoch auf Eis, ohne dass Geld geflossen ist. Es wurde kein Vertrag unterzeichnet, und es ist kein Geld geflossen. Nvidia hatte in seinem Quartalsbericht bereits darauf hingewiesen, dass keine Zusicherung für definitive Vereinbarungen mit OpenAI bestehe. Die Spekulation über eine Oktober-Tranche von Nvidia beruht offenbar auf einer Verwechslung der Februar-Beiträge mit einer angeblichen späteren Zahlung.

Gewinner, Risiken und strategische Bedeutung

Für SoftBank bedeutet der Abschluss der Tranche eine Stärkung seiner Position im KI-Sektor. Der Anteil von etwa 13 Prozent an OpenAI macht den Konzern zu einem zentralen Akteur in der Finanzierung des Unternehmens. OpenAI erhält durch die Zahlung frisches Kapital, das für den weiteren Ausbau der Infrastruktur und Forschung verwendet werden kann. Die Finanzierung über Hochzinsanleihen birgt jedoch Risiken. Die Renditen der Anleihe lagen bei bis zu 9,75 Prozent – ein Niveau, das üblicherweise Unternehmen mit erhöhtem Kreditrisiko vorbehalten ist. Hohe Renditen signalisieren, dass Investoren für ein höheres wahrgenommenes Ausfallrisiko kompensiert werden müssen. Für die Anleihegläubiger bedeutet das: Sollte sich die KI-Investition nicht wie erhofft rentieren, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls, und sie tragen das Verlustrisiko. Die Haltung der SoftBank-Aktionäre ist von einer Priorisierung der KI-Renditen geprägt, während das Kreditrisiko in den Hintergrund tritt. In einer Analyse heißt es: „Shareholders care far more about what SoftBank’s artificial intelligence bets could be worth than about what it costs to fund them.“ Diese Diskrepanz zwischen Renditeerwartung und Risikobewusstsein könnte sich als problematisch erweisen, wenn die KI-Bewertungen unter Druck geraten.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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