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SETI setzt KI-Agenten am Allen Telescope Array ein

Ein Prompt in natürlicher Sprache steuert Teleskop, Datenkorrektur und KI-Analyse. Belastbare Betriebszahlen zu den Agenten fehlen; die genannten Tempowerte stammen aus einer früheren Pipeline.

· Veröffentlicht: 01.11.2026 ·2 Min Lesezeit
SETI setzt KI-Agenten am Allen Telescope Array einMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Breakthrough Listen und das SETI Institute bringen agentische KI in die tägliche Suche am Allen Telescope Array.
  • Das ATA besteht aus 42 Antennenschüsseln und dient vor allem der Suche nach Radio-Technosignaturen.
  • Ein KI-System zur FRB-Detektion ersetzt laut SETI Institute die Dedispersion und ist 600-mal schneller.
  • Andrew Siemion ist Principal Investigator von Breakthrough Listen.
  • Nvidias Holoscan-Plattform verarbeitet die Sensordatenströme und liefert den Agenten Live-Daten.

Ein Prompt steuert Teleskop, Datenkorrektur und KI-Analyse am ATA

Breakthrough Listen und das SETI Institute setzen agentische KI bei der Suche nach außerirdischer Intelligenz ein. Laut Nvidia-Blog können Agenten am Allen Telescope Array (ATA) in Nordkalifornien das Instrument steuern, eingehende Daten verbessern und korrigieren sowie KI-Modelle auf den Datenstrom anwenden. Für jede dieser Aufgaben reicht eine einzige Anfrage in natürlicher Sprache. Die Nvidia-Plattform Holoscan verarbeitet die großen Sensordatenströme und liefert den Agenten Live-Daten. Einordnen lässt sich das Projekt über Andrew Siemion, Bernard M. Oliver Chair for SETI am SETI Institute und Principal Investigator von Breakthrough Listen.

Cryptobriefing nennt den 30. Oktober 2026 als Ankündigungsdatum der Integration. Nach diesem Medienbericht übernehmen die Agenten Aufgaben wie Instrumentenkalibrierung und Datenfehlerkorrektur. Die Anweisungen erfolgten ausschließlich per Prompt.

Das ATA besteht aus 42 Antennenschüsseln. Per Interferometrie erzeugt es Himmelsbilder, per Beamforming wertet es gezielt einzelne Himmelsregionen aus. Das Hauptziel ist die Suche nach Radio-Technosignaturen. Daneben untersucht das Instrument transiente Ereignisse wie Supernovae, Tidal-Disruption-Events und schnelle Radioblitze.

Holoscan-Pipelines gab es am ATA schon vor den Agenten

Neu ist die Agentenebene mit natürlichsprachlicher Steuerung. KI auf Holoscan lief am ATA dagegen schon früher. Breakthrough Listen entwickelte mit Nvidia ein System zur Detektion schneller Radioblitze (FRB). Es ist in Astronomy & Astrophysics peer-reviewed beschrieben. Das System ersetzt die rechenintensive Dedispersion, also die Suche über Tausende möglicher Signalparameter, durch eine End-to-End-KI-Architektur. Die bisherige Pipeline braucht etwa 59 Sekunden für 16,3 Sekunden Beobachtungsdaten. Laut SETI Institute ist das neue System 600-mal schneller und über 160-mal schneller als Echtzeit.

Diese Zahlen stammen aus der FRB-Pipeline, nicht von den Agenten. Davor setzten Forschende des SETI Institute nach eigener Darstellung Beschleunigungs-Computing und KI auf Holoscan und IGX ein, um schwache Radiosignale in Echtzeit zu detektieren. Das Institut sagt, die Ergebnisse ließen sich auch in anderen Fachgebieten mit beschleunigtem Rechnen und KI nutzen.

Belege für den Nutzen der Agenten fehlen noch

Der Einsatz mache die Suche „schneller und anpassungsfähiger“, heißt es im Nvidia-Blog. Das ist eine Herstellerangabe. Vorher-Nachher-Daten fehlen. Angaben zu Betriebszeit, Fehlerquote oder Zahl der Beobachtungen liegen nicht vor.

Auch die Aussage, das FRB-System übertreffe bestehende Methoden bei gleicher Genauigkeit, stammt vom Hersteller. Der Fachaufsatz liegt dem Material nicht vor. Die Behauptung, SETI-Forschende seien die ersten mit KI-Echtzeitdetektion schwacher Signale, ist eine Eigenangabe.

Insgesamt liest sich die Meldung als Ankündigung. Eine ausgewertete Betriebsbilanz ist sie nicht.

J
Jasmin Freitag
Redaktion · KI-Anwendungen & Tools

Jasmin Freitag beobachtet für KI Spotlight die praktische Seite der künstlichen Intelligenz: neue Anwendungen, generative Werkzeuge, kreative KI und den Einsatz von Tools im Alltag und in Unternehmen. Sie erklärt praxisnah, was ein Werkzeug wirklich taugt.

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