Ramp erweitert AI Index um Token-Ausgaben und Anbieter-Details
Wöchentliche Updates zeigen: Anthropic führt bei Token-Ausgaben vor OpenAI, Open Source bleibt unter 5 Prozent
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Ramp AI Index basiert auf Transaktionsdaten von mehr als 70.000 US-Unternehmen und nutzt Unternehmenskarten- sowie Rechnungszahlungen.
- Der Index misst den Anteil der Unternehmen mit Ausgaben für KI-Modelle, Abonnements, Token und APIs; die Identifikation erfolgt über Händlername und Einzelposten aus Belegen.
- Ramp bietet ein AI Token Spend Management, das Token-Nutzung, Kosten nach Modell und Ausgabentrends über Anbieter wie Anthropic und OpenAI konsolidiert.
- Für die Verbindung von Claude API ist eine Claude Platform Team-Organisation erforderlich, für OpenAI API eine OpenAI Platform-Organisation; persönliche Konten werden nicht unterstützt.
- Cursor kann per Ramp for Chrome oder read-only Team API key verbunden werden; Google Cloud nutzt Cloud Billing Export nach BigQuery; AWS Bedrock nutzt eine IAM-Rolle; Fireworks AI benötigt einen API-Key mit genau einem Konto.
- Abos von Claude.ai, Claude Code, ChatGPT oder Codex, die nicht die Enterprise-Anforderung erfüllen, kann Ramp nicht importieren; API-abgerechnete Nutzung kann separat verfolgt werden.
Ramp erweitert AI Index um Token-Ausgaben und Anbieter-Details
Der US-amerikanische Finanzplattform-Anbieter Ramp hat seinen AI Index um Token-Volumen, eine Aufschlüsselung nach Modell und Anbieter sowie wöchentliche Updates erweitert. Der Index basiert auf Transaktionsdaten von mehr als 70.000 US-Unternehmen, die über Ramps Unternehmenskarten und Rechnungszahlungen abgewickelt werden. Er misst den Anteil der Firmen mit Ausgaben für KI-Modelle, Abonnements, Token und APIs; die Identifikation erfolgt über Händlernamen und Einzelposten aus Belegen. Die Methodik baut auf früheren Arbeiten von Bonney et al. (2024) auf, nutzt jedoch erstmals tatsächliche Vertrags- und Transaktionsdaten statt Umfragen. Ramp extrahiert dazu Text aus Milliarden aggregierter, anonymisierter Transaktionen und wertet Belege und Rechnungen aus, die nach einem Kauf hochgeladen werden. Ein Unternehmen gilt als KI-Adoptierer, wenn es in einem Monat einen positiven Transaktionsbetrag für ein KI-Produkt oder eine KI-Dienstleistung aufweist.
Neu gegenüber dem bisherigen Index, der vor allem den Anteil der Unternehmen mit KI-Ausgaben auf Firmenebene zeigte, sind die Token-Volumen und die modellbezogene Nutzung. Ergänzend bietet Ramp ein AI Token Spend Management an, das Token-Nutzung, Kosten nach Modell und Ausgabentrends über Anbieter wie Anthropic und OpenAI konsolidiert. Finanzteams können so Rechnungen aus mehreren Dashboards an einem Ort nachverfolgen.
Die wöchentlichen Updates funktionieren, weil Ramp die Transaktionsdaten kontinuierlich aus den laufenden Zahlungsströmen seiner Plattform erhält. Statt auf monatliche Umfragen oder verzögerte Berichte zu warten, kann Ramp die jüngsten Belege und Rechnungen zeitnah auswerten und den Index jede Woche mit den neuesten verfügbaren Daten aktualisieren. Dadurch werden Verschiebungen zwischen Anbietern und Modellen schneller sichtbar als bei herkömmlichen Erhebungen. Nach Angaben von Ramp liefert die Messung ein genaueres und aktuelleres Bild der KI-Adoption in US-Unternehmen als Umfragen, da diese die tatsächliche Nutzung häufig unterschätzen – insbesondere wenn Fragen unklar sind oder sich die Technologie schnell verbreitet (Hersteller-Angabe).
Token-Ausgaben: Anthropic vor OpenAI, Open Source unter 5 Prozent
In der letzten erfassten Septemberwoche entfielen 51 Prozent der Token-Ausgaben auf Anthropic und 44,5 Prozent auf OpenAI. Open-Source-Modelle machten weniger als 5 Prozent der Unternehmensausgaben aus. Das geht aus dem Ramp AI Index hervor, den Ramp-Ökonom Ara Kharazian auswertet. Die Token-Daten stammen aus einer Teilstichprobe der über 70.000 US-Unternehmen und umfassen ausschließlich API-Ausgaben. Sie sind zudem eher auf große KI-Kunden ausgerichtet.
Die Zahlen zeigen eine deutliche Verschiebung gegenüber früheren Angaben: Im August 2026 lag Anthropic bei der KI-Adoption unter Ramp-Unternehmen bei 43,8 Prozent, OpenAI bei 39,8 Prozent – ein Unterschied von vier Prozentpunkten. Bei den Token-Ausgaben ist der Abstand nun spürbar größer. Diese Verschiebung lässt sich mit dem intensiven Wettbewerb zwischen den beiden Anbietern erklären: Kharazian führt den Rückgang der KI-Ausgaben fast ausschließlich auf den Wettbewerb zwischen OpenAI und Anthropic zurück, der zu Preissenkungen bei Spitzenmodellen sowie günstigeren und effizienteren Standard- und Lite-Modellen geführt hat (Hersteller-Angabe). In diesem Preiskampf hat Anthropic offenbar bei den API-basierten Unternehmenskunden stärker an Boden gewonnen, was sich in einem höheren Anteil am tatsächlichen Token-Verbrauch niederschlägt. Die Dominanz der beiden großen Anbieter ist erdrückend: Zusammen dominieren sie die Token-Ausgaben nahezu vollständig. Open-Source-Modelle, die in der öffentlichen Debatte oft als kostengünstige Alternative genannt werden, spielen bei den Unternehmensausgaben praktisch keine Rolle. Die Token-Ausgabenanteile beziehen sich auf die letzte Septemberwoche und sind eine Momentaufnahme, die sich wöchentlich ändern kann. Dennoch unterstreichen sie einen Trend, der sich seit Monaten abzeichnet: Anthropic hat bei zahlenden Unternehmenskunden die Führung übernommen, während OpenAI bei der reinen Anzahl der adoptierenden Firmen noch knapp vorne liegt, aber an Boden verliert.
Ramp-Daten zeigen 56 Prozent KI-Adoption – Census sieht nur 22 Prozent
Laut Ramp AI Index lag die bezahlte KI-Adoption im August 2026 bei 56,1 Prozent der Ramp-Unternehmen. Die Schätzung des US Census Bureau (BTOS) lag im selben Zeitraum bei 22,1 Prozent. Die Diskrepanz von 34 Prozentpunkten erklärt sich durch unterschiedliche Methoden: Ramp nutzt Transaktions- und Belegdaten von Firmen auf der eigenen Plattform, während Census eine Umfrage einsetzt, die unter anderem fragt, ob Unternehmen in den letzten zwei Wochen KI genutzt haben. Ramp argumentiert, Umfragen könnten die tatsächliche Adoption unterschätzen, insbesondere wenn Fragen unklar sind oder die Technologie sich schnell verbreitet (Hersteller-Angabe).
Die Zahlen des Live-Dashboards zeigen eine ähnliche Kluft: 55,7 Prozent bei Ramp gegenüber 21,6 Prozent bei Census BTOS. Die Median-Firma auf der Ramp-Plattform gab etwa 11,95 US-Dollar pro Mitarbeiter und Monat für KI aus – das entspricht in etwa einem ChatGPT-Abonnement. Das oberste 1 Prozent gab im Median 7.400 US-Dollar pro Mitarbeiter und Monat aus, was auf produktive Token-Nutzung in größerem Umfang hindeutet. Diese Verteilung zeigt, dass die Adoption zwar breit ist, die Ausgaben jedoch extrem ungleich verteilt sind: Während die Hälfte der Unternehmen nur minimale Beträge für KI ausgibt, konzentriert sich der Großteil der tatsächlichen Token-Kosten auf eine kleine Gruppe von Intensivnutzern. Ramp sieht in dieser Diskrepanz einen Beleg dafür, dass offizielle Statistiken die KI-Durchdringung systematisch unterschätzen (Hersteller-Angabe). Ramp zufolge erfassen Transaktionsdaten tatsächliche Zahlungen, während Umfragen auf Selbstauskünften beruhen, die durch Unklarheit, schnelle Veränderungen oder mangelndes Problembewusstsein verzerrt sein können (Hersteller-Angabe). Für Unternehmen bedeutet das: Wer sich an offiziellen Adoptionsraten orientiert, unterschätzt möglicherweise, wie weit die KI-Nutzung in der eigenen Branche bereits fortgeschritten ist.
Wie Ramp Token-Ausgaben erfasst: Anbindung von Anthropic, OpenAI und mehr
Für das AI Token Spend Management können Unternehmen verschiedene Anbieter verbinden. Für die Claude API ist eine Claude Platform Team-Organisation erforderlich; individuelle Organisationen werden nicht unterstützt. Für die OpenAI API muss das Unternehmen einer OpenAI Platform-Organisation angehören; persönliche Konten sind nicht zulässig. Cursor lässt sich per Ramp for Chrome oder über einen read-only Team API key anbinden. Wenn Cursor meldet, dass Enterprise-Zugriff erforderlich ist, kann die Verbindung erst abgeschlossen werden, wenn das Team diesen Zugriff hat. Google Cloud nutzt einen Cloud Billing Export nach BigQuery, AWS Bedrock eine IAM-Rolle, Fireworks AI einen API-Key mit Zugriff auf genau ein Konto.
Abonnements von Claude.ai, Claude Code, ChatGPT oder Codex, die nicht die Enterprise-Anforderung erfüllen, kann Ramp nicht importieren; API-abgerechnete Nutzung kann separat verfolgt werden, wenn die entsprechende Entwickler-API verbunden ist. Die Rollenberechtigung umfasst Claude API, Claude Enterprise, OpenAI API, ChatGPT Enterprise, Cursor und Google Cloud. Für Fireworks AI und AWS Bedrock gelten separate Verbindungsleitfäden. Verbinden können die Anbieter Business Admins, Owners, IT Admins und Nutzer mit der Rolle AI Token Spend Admin.
Diese technischen Voraussetzungen bedeuten, dass das AI Token Spend Management vor allem für Unternehmen geeignet ist, die bereits auf Team- oder Enterprise-Ebene mit den großen KI-Anbietern arbeiten. Kleine Teams oder Einzelunternehmer, die persönliche Konten nutzen, bleiben außen vor. Ramp kann deren Nutzung nicht erfassen, was die Ausrichtung der Token-Daten auf größere KI-Kunden weiter verstärkt. Die Anbindung erfolgt über APIs und Exporte, sodass die Daten direkt aus den Abrechnungssystemen der Anbieter stammen und nicht manuell gepflegt werden müssen.
Methodische Grenzen: Teilstichprobe und Fokus auf große KI-Kunden
Die Token-Daten des Ramp AI Index haben klare Grenzen. Sie stammen aus einer Teilstichprobe, umfassen nur API-Ausgaben und sind eher auf große KI-Kunden ausgerichtet. Unternehmen, die KI vor allem über Abonnements oder nicht erfasste Kanäle nutzen, sind unterrepräsentiert. Open-Source-Modelle, die weniger als fünf Prozent der Ausgaben ausmachen, fallen kaum ins Gewicht.
Zudem zeigt die Entwicklung seit Juli eine gegenläufige Dynamik: Die KI-Nutzung ist seit dem Ausgaben-Höchststand im Juli um rund die Hälfte gestiegen und lag Ende September auf Rekordniveau, während die Ausgaben sanken. Als Gründe nennt Ramp-Ökonom Kharazian Preissenkungen bei Spitzenmodellen sowie günstigere und effizientere Standard- und Lite-Modelle (Hersteller-Angabe). Der Rückgang gehe fast ausschließlich auf den Wettbewerb zwischen OpenAI und Anthropic zurück (Hersteller-Angabe). Es sei nicht der erste Rückgang, dieser halte aber auffällig lange an (Hersteller-Angabe). Laut Ramp bedeutet die Kombination aus steigender Nutzung und sinkenden Ausgaben, dass Unternehmen mehr KI einsetzen, aber weniger dafür bezahlen – ein Effekt, der durch effizientere Modelle und Preiskämpfe der Anbieter getrieben wird (Hersteller-Angabe).
Für die Interpretation der Token-Anteile ist das wichtig: Die 51 Prozent für Anthropic und 44,5 Prozent für OpenAI beziehen sich auf das Ausgabenvolumen, nicht auf die Anzahl der Nutzer oder die Menge der verarbeiteten Token. Ein Anbieter mit teureren Modellen kann bei gleicher Token-Menge einen höheren Ausgabenanteil haben. Die Teilstichprobe und der Fokus auf große API-Kunden bedeuten außerdem, dass die Werte nicht repräsentativ für alle US-Unternehmen sind, sondern vor allem für diejenigen, die bereits intensiv KI einsetzen und über Ramp abrechnen.



