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Psychologin warnt vor sinkender Arbeitszufriedenheit durch ChatGPT-Entlastung

Die zunehmende Nutzung von ChatGPT zur Entlastung im Job kann die Arbeitszufriedenheit beeinträchtigen, warnt die Psychologin Tatjana Schnell. Die Professorin für existenzielle Psychologie an der MF Specialized University in Oslo sieht die Gefahr, dass Beschäftigten die Erfahrung von Selbstwirksamke

· Veröffentlicht: 26.09.2026 ·2 Min Lesezeit
Psychologin warnt vor sinkender Arbeitszufriedenheit durch ChatGPT-EntlastungMit KI erstellt
◆ Fakten auf einen Blick
  • ChatGPT hat das übliche Muster der Unternehmenstechnologie durchbrochen und wird zunehmend zum ersten Schritt in zentralen Workflows.

Psychologin warnt vor sinkender Arbeitszufriedenheit durch ChatGPT-Entlastung

Die zunehmende Nutzung von ChatGPT zur Entlastung im Job kann die Arbeitszufriedenheit beeinträchtigen, warnt die Psychologin Tatjana Schnell. Die Professorin für existenzielle Psychologie an der MF Specialized University in Oslo sieht die Gefahr, dass Beschäftigten die Erfahrung von Selbstwirksamkeit verloren geht. In einem Interview mit t3n erklärte Schnell, dass KI zwar Arbeit erleichtern solle, aber nicht die Erfahrung verdrängen dürfe, selbst Handlungsspielraum und Verantwortung zu haben. Wenn KI immer mehr Aufgaben übernimmt, hätten viele Beschäftigte das Gefühl, bei der Arbeit bald nicht mehr gebraucht zu werden, so die Problembeschreibung. Schnell betont, dass Menschen diejenigen bleiben müssten, die über ihre Arbeit entscheiden. „KI sollte dazu beitragen, Arbeit zu erleichtern, aber sie darf nicht die Erfahrung von Selbstwirksamkeit verdrängen“, sagt sie. Die Warnung zielt auf einen schleichenden Wandel: Wo ChatGPT Routineaufgaben übernimmt, droht die aktive Gestaltung der eigenen Tätigkeit in den Hintergrund zu treten. Damit stellt Schnell die psychologischen Folgen einer Entwicklung in den Mittelpunkt, die oft vor allem unter Effizienzgesichtspunkten diskutiert wird. Schnell forscht unter anderem zu Sinn, Arbeit und Selbstwirksamkeit.

Selbstwirksamkeit als Schlüssel zur Zufriedenheit

Der Mechanismus dahinter: Wenn ChatGPT Aufgaben übernimmt, fehlt Beschäftigten das Erfolgserlebnis, etwas selbst geschafft zu haben. Laut Schnell ist die Erfahrung, selbst Handlungsspielraum und Verantwortung zu haben, zentral für die Arbeitszufriedenheit. Wer nur noch Ergebnisse von KI übernimmt, ohne selbst gestalten zu können, verliert diesen Bezug zur eigenen Tätigkeit. Das kann unglücklich machen, weil Arbeit dann nicht mehr als sinnstiftend erlebt wird. Nach der Selbstbestimmungstheorie sind Autonomie und Kompetenzerleben grundlegende psychologische Bedürfnisse: Wenn Beschäftigte Aufgaben an ChatGPT auslagern, schrumpft ihr Handlungsspielraum, und das Gefühl, selbst wirksam zu sein, geht verloren. Wer etwa automatisierte E-Mail-Antworten ungeprüft übernimmt oder generierten Code ohne eigenes Verständnis einsetzt, erlebt sich nicht mehr als Urheber der eigenen Arbeit. Die Folge ist ein Verlust an Sinnhaftigkeit und Zufriedenheit. Schnell warnt davor, dass zu viel Entlastung die Erfahrung von Selbstwirksamkeit verdrängt und damit die psychologische Grundlage für Zufriedenheit im Job untergräbt. Dabei geht es nicht um eine pauschale Ablehnung von KI, sondern um die Balance: Werkzeuge wie ChatGPT sollen unterstützen, aber nicht die Entscheidungs- und Gestaltungsspielräume der Beschäftigten ersetzen. Fehlt diese Balance, droht Arbeit zu einer passiven Empfängertätigkeit zu werden, bei der das Gefühl, etwas bewirkt zu haben, ausbleibt.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. openai.com ↗

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