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ProofPrep: Hackathon-Tool verlangt Belege statt Behauptungen – und wirbt zugleich als Interview-Plattform

Ein für einen Freund entwickeltes KI-Tool setzt auf die Regel 'no claim without a quote'. Die Selbstbeschreibung auf LinkedIn erzählt jedoch eine andere Geschichte.

· Veröffentlicht: 05.10.2026 ·2 Min Lesezeit
ProofPrep: Hackathon-Tool verlangt Belege statt Behauptungen – und wirbt zugleich als Interview-PlattformMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • ProofPrep wurde im Rahmen der Hacktoberfest Weekend Challenge 'Build for a Friend' entwickelt.
  • ProofPrep arbeitet nach der Regel 'no claim without a quote' (keine Behauptung ohne Beleg).
  • Nutzer können Lebenslauf und Stellenausschreibung hochladen; jede Anforderung wird als Karte mit der entsprechenden Lebenslaufzeile dargestellt; fehlt eine Zeile, erscheint 'no evidence found'.
  • Verbesserungen am Lebenslauf verwenden nur vom Nutzer genehmigte Fakten; neue Zahlen oder Tools werden mit 'Check this detail' markiert.
  • Das Tool bietet Interview-Praxis: Fragen basieren nur auf genehmigten Fakten, und ein ausgewählter Punkt wird aus drei Blickwinkeln hinterfragt.
  • Es gibt keinen Score oder eine Angabe zur Einstellungswahrscheinlichkeit.

ProofPrep: Hackathon-Tool mit Belegpflicht für Bewerbungsunterlagen

ProofPrep entstand im Rahmen der Hacktoberfest Weekend Challenge 'Build for a Friend'. Der Entwickler beschreibt den Anlass so: Sein Freund Pranshu sitze vor Stellenausschreibungen mit zwanzig Anforderungen und einem zweiseitigen Lebenslauf und wisse nicht, welche Zeile welche Anforderung tatsächlich belegt. Andere KI-Tools würden entweder alles mit selbstbewussten Behauptungen umschreiben, die nicht von ihm stammen, oder eine Prozentzahl liefern, die nichts erklärt. ProofPrep arbeitet deshalb nach der Regel 'no claim without a quote' – keine Behauptung ohne Beleg. Nutzer laden Lebenslauf und Stellenausschreibung hoch. Jede Anforderung erscheint als Karte mit der passenden Lebenslaufzeile dahinter. Fehlt eine Zeile, zeigt die Karte 'no evidence found' – ausdrücklich nicht 'das kannst du nicht', weil eine fehlende Zeile keine fehlende Fähigkeit bedeute. Verbesserungen am Lebenslauf verwenden nur vom Nutzer genehmigte Fakten; neue Zahlen oder Tools werden mit 'Check this detail' markiert. Einen Score oder eine Einstellungswahrscheinlichkeit gibt es nicht.

Interview-Praxis und widersprüchliche Selbstbeschreibung

Die Hackathon-Quelle beschreibt zusätzlich eine Interview-Vorbereitungsfunktion: Fragen basieren ausschließlich auf genehmigten Fakten, und ein ausgewählter Punkt wird aus drei Blickwinkeln hinterfragt – wie ein Interviewer, der den Lebenslauf tatsächlich gelesen hat. Die LinkedIn-Unternehmensseite zeichnet ein anderes Bild. Dort wird ProofPrep als 'AI-powered interview preparation platform' vorgestellt, die echte Interview-Szenarien mit einem KI-Interviewer simuliert, Echtzeit-Feedback gibt und eine detaillierte Leistungsanalyse bietet. Der Widerspruch ist offensichtlich: Die Hackathon-Quelle betont den Resume-Coach mit Belegfokus, die LinkedIn-Seite betont die Interview-Plattform. Mögliche Erklärungen sind, dass das Tool mehrere Funktionen hat und die Quellen unterschiedliche Aspekte hervorheben, dass sich der Fokus im Laufe der Zeit verschoben hat oder dass zwei verschiedene Produkte mit demselben Namen existieren. Laut LinkedIn hat das Unternehmen einen Mitarbeiter und ist als Self-Employed eingestuft.

Marketing-Versprechen und fehlende unabhängige Prüfung

Ein LinkedIn-Post bewirbt ProofPrep mit Formulierungen wie 'Ace every interview', 'brutal honesty' und 'The AI interview coach that gets you job-ready'. Diese Versprechen sind Herstellerangaben und nicht unabhängig geprüft. Es liegen keine Nutzerberichte oder Erfolgsstatistiken vor, die die Behauptung stützen, jedes Interview bestehen zu können. Auch ein Vergleich mit anderen Interview-Coaching-Tools fehlt. Die Hackathon-Quelle selbst verzichtet bewusst auf einen Score oder eine Einstellungswahrscheinlichkeit – 'nobody gets a number to be scared of'. Damit steht das Marketing-Versprechen des LinkedIn-Posts in Spannung zum zurückhaltenden Ansatz des ursprünglichen Hackathon-Projekts.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. dev.to ↗

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