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OpenAI verdoppelt Förderung für Lenfest-KI-Fellowship

Das Lenfest Institute startet die nächste Phase seines AI Collaborative and Fellowship Program mit neuer OpenAI-Finanzierung. Microsoft wird in der Ankündigung nicht mehr als Partner genannt.

· Veröffentlicht: 28.09.2026 ·4 Min Lesezeit
OpenAI verdoppelt Förderung für Lenfest-KI-FellowshipMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Das Lenfest Institute for Journalism hat die nächste Phase des Lenfest AI Collaborative and Fellowship Program angekündigt.
  • Das Programm wird mit einer neuen Zusage von 5 Millionen US-Dollar von OpenAI sowie bis zu 5 Millionen US-Dollar in Software-Credits und Engineering-Support erweitert.
  • OpenAI hat seine bisherige Unterstützung des Programms verdoppelt.
  • Das Programm platziert Vollzeit-AI-Technologen in operativen Nachrichtenorganisationen, um Geschäftsinnovation im lokalen Journalismus voranzutreiben.
  • Seit dem Start 2024 waren AI-Engineering-Fellows in 11 großen amerikanischen Nachrichtenorganisationen tätig.
  • In der Anfangsrunde (Oktober 2024) erhielten Chicago Public Media, The Minnesota Star Tribune, Newsday, The Philadelphia Inquirer und The Seattle Times jeweils ein Stipendium zur Einstellung eines zweijährigen AI-Fellows.

OpenAI verdoppelt Förderung für Lenfest AI Fellowship

Das Lenfest Institute for Journalism hat am Montag die nächste Phase seines AI Collaborative and Fellowship Program angekündigt. OpenAI stellt dafür eine neue Finanzierungszusage von 5 Millionen US-Dollar bereit, hinzu kommen bis zu 5 Millionen US-Dollar in Software-Credits und Engineering-Support. Nach Angaben des Instituts hat OpenAI damit seine bisherige Unterstützung des Programms verdoppelt. Die Ankündigung erfolgte als gemeinsame Mitteilung von Lenfest Institute und OpenAI. Das Programm gilt nach Angaben des Instituts als das größte AI-Fellowship-Programm im amerikanischen Journalismus – eine Einschätzung, die sich unabhängig nicht überprüfen lässt, da keine vergleichende Erhebung vorliegt. Die neue Phase soll den Angaben zufolge eine neue Gruppe von Nachrichtenorganisationen zur Teilnahme einladen, um verantwortungsvolle KI-Experimente und -Implementierung weiter voranzutreiben.

Programm bringt KI-Ingenieure in lokale Redaktionen

Das Programm platziert Vollzeit-AI-Technologen in operativen Nachrichtenorganisationen, um Geschäftsinnovation im lokalen Journalismus voranzutreiben. Die eingebetteten Ingenieure arbeiten den Angaben zufolge mit Redaktionsleitern, Reportern und Produktteams zusammen. Nach Darstellung des Lenfest Institute hat sich das Programm über die vergangenen zwei Jahre von einem ambitionierten Pilotprojekt zu einem Modell entwickelt, das lokalen Nachrichtenorganisationen hilft, Leitplanken und Strategien für die KI-Einführung zu entwickeln. Unabhängige Evaluierungen dieser Wirkung liegen nicht vor. Der Ansatz beruht auf der Annahme, dass eingebettete AI-Ingenieure Innovation beschleunigen, geschäftliche Nachhaltigkeit stärken und die verantwortungsvolle Einführung neuer Technologie unterstützen können – auch dies ist eine Herstellerangabe ohne unabhängige Wirkungsstudie.

Von fünf auf elf: Wachstum in zwei Runden

Die erste Runde des Programms startete im Oktober 2024. Chicago Public Media, The Minnesota Star Tribune, Newsday, The Philadelphia Inquirer und The Seattle Times erhielten jeweils ein Stipendium zur Einstellung eines zweijährigen AI-Fellows. Im Mai 2025 traten ProPublica, Boston Globe Media, The Dallas Morning News, The Baltimore Banner und Arizona State University's NEWSWELL als zusätzliche Organisationen bei. Das Lenfest Institute gibt an, dass seit dem Start 2024 AI-Engineering-Fellows in elf großen amerikanischen Nachrichtenorganisationen tätig waren und elf Organisationen jeweils ein Stipendium erhielten. Diese Zahl lässt sich mit den genannten Organisationen nicht vollständig in Einklang bringen: Die beiden dokumentierten Runden ergeben zusammen zehn Organisationen. Die ursprüngliche Ankündigung von Oktober 2024 sprach zudem von lediglich drei weiteren Organisationen in einer zweiten Runde, was insgesamt acht ergeben hätte. Die Diskrepanz wird in den vorliegenden Quellen nicht aufgelöst; mögliche Erklärungen wären unterschiedliche Zählweisen, etwa ob alle Fellowships gleichzeitig aktiv sind oder ob einzelne Organisationen mehrere Fellows beschäftigen.

Microsoft als Gründungspartner, jetzt nur noch OpenAI?

Das Programm startete im Oktober 2024 mit einer Gesamtunterstützung von 10 Millionen US-Dollar von OpenAI und Microsoft. Jeder Partner stellte 2,5 Millionen US-Dollar Direktfinanzierung und 2,5 Millionen US-Dollar in Software- und Enterprise-Credits bereit. In der neuen Ankündigung vom Montag wird Microsoft nicht mehr als Geldgeber genannt – die Finanzierungszusage stammt ausschließlich von OpenAI. Ob Microsoft aus dem Programm ausgestiegen ist, geht aus den vorliegenden Unterlagen nicht hervor. Die gemeinsame Mitteilung von Lenfest Institute und OpenAI erwähnt Microsoft an keiner Stelle. Auch die Frage, ob die ursprünglich von Microsoft bereitgestellten Azure-Credits weiterhin zur Verfügung stehen, bleibt offen. Das Lenfest Institute hat sich dazu bislang nicht geäußert. Die neue Phase nennt lediglich OpenAI als Förderer, was eine Veränderung gegenüber der ursprünglichen Partnerschaft darstellt.

Was die Fellows konkret tun: Beispiel ProPublica

ProPublica stellt im Rahmen des Programms einen Ingenieur für ein zweijähriges Fellowship ein. Der Ingenieur soll untersuchen, wie maschinelles Lernen bei der Auswertung und Weiterleitung von eingehenden Tipps helfen kann. Konkret geht es um die Arbeit der Engagement-Reporting-Gruppe von ProPublica, die viele der aufwendigsten Crowdsourcing-Investigativrecherchen trägt. Von Aufrufen über Tipp-Hotlines bis hin zu bürgerwissenschaftlichen Projekten sammeln Reporter Hinweise und Belege aus Gemeinden im ganzen Land. Geprüft werden soll, wie große Sprachmodelle dabei helfen können, eingehende Tipps effizienter zu bewerten, zu kategorisieren und weiterzuleiten, damit sie schneller den richtigen Journalisten erreichen. Ben Werdmuller, Senior Director of Technology bei ProPublica, sagte, diese Technologien könnten Journalisten und Lesern helfen, die Nadel im Heuhaufen zu finden.

Zusammenarbeit und Wissensaustausch im Netzwerk

Die teilnehmenden Nachrichtenorganisationen arbeiten zusammen und teilen Erkenntnisse, Produktentwicklungen, Fallstudien und technische Informationen. Ziel ist es, die Arbeit in anderen Redaktionen replizierbar zu machen. Neben Empfehlungen zu KI-Richtlinien und Einstellungspraktiken haben die Fellows den Angaben zufolge begonnen, Ergebnisse aus mehreren Experimenten zusammen mit Open-Source-Code zu veröffentlichen, den andere Redaktionen übernehmen können. Das Lenfest AI Collaborative hat seine Arbeit nach eigenen Angaben auf mehreren Konferenzen vorgestellt, darunter die Online News Association Conference. Der Austausch umfasst auch Software-Code, der über die reine Dokumentation von Erkenntnissen hinausgeht.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. openai.com ↗

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