OpenAI testet Anzeigen auf dem Ladebildschirm der Bildgenerierung
Neues Anzeigenformat, Mess-Tools und rasantes Wachstum: OpenAI baut sein Werbegeschäft in ChatGPT aus.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- ChatGPT-Nutzer in den USA werden bald Display-Anzeigen sehen, während der Chatbot ein Bild für sie generiert.
- Die Anzeigen sind als Werbung gekennzeichnet, vom generierten Bild getrennt und zeigen Produkte in Gebrauch oder damit verbundene Erlebnisse.
- OpenAI startet den Test noch in diesem Monat mit einer ersten Gruppe von Werbetreibenden.
- OpenAI erweitert seine Messinstrumente: Werbetreibende können Conversion-Daten über Hightouch, Tealium und LiveRamp an ChatGPT Ads senden; Attributionsanbieter wie AppsFlyer, Adjust und Branch kommen hinzu.
- OpenAI testet über Haus, Measured und WorkMagic geobasierte Experimente, um die tatsächliche Werbewirkung zu messen.
- OpenAI führt Pilotprogramme mit DoubleVerify und Integral Ad Science durch, die die Anzeigenumgebung bewerten, ohne auf echte Nutzerkonversationen zuzugreifen.
OpenAI testet Anzeigen auf dem Ladebildschirm der Bildgenerierung
OpenAI führt ein neues Anzeigenformat in ChatGPT ein, das die Wartezeit bei der Bildgenerierung als Werbefläche nutzt. Während der Chatbot ein Bild erstellt, sehen Nutzer in den USA künftig Produktkarussells auf dem Ladebildschirm. Die Anzeigen sind klar als Werbung gekennzeichnet und technisch vom generierten Bild getrennt – sie erscheinen nicht im Bild selbst, sondern auf dem Ladebildschirm davor. Gezeigt werden Produkte in Gebrauch oder damit verbundene Erlebnisse, was auf eine kontextuelle Relevanz zur Bildgenerierung abzielt. Hintergrund ist die Monetarisierung der großen kostenlosen Nutzerbasis: Da nur etwa 5 Prozent der wöchentlich 1,2 Milliarden ChatGPT-Nutzer ein Abonnement zahlen, erschließt OpenAI mit solchen Formaten zusätzliche Einnahmen, ohne den Kern der Bildgenerierung zu verändern. Der Test startet noch in diesem Monat mit einer ersten Gruppe von Werbetreibenden. Erwartet wird, dass die klare Trennung und Kennzeichnung die Nutzerakzeptanz erhöht, da keine Verwechslung mit dem generierten Inhalt entsteht.
Neue Mess- und Brand-Safety-Tools für Werbetreibende
OpenAI erweitert seine Messinstrumente, um Werbetreibenden eine präzisere Erfolgskontrolle und mehr Sicherheit zu bieten. Über die Datenplattformen Hightouch, Tealium und LiveRamp können Werbetreibende Conversion-Daten – etwa Käufe oder Anmeldungen – direkt an ChatGPT Ads senden. Diese Integrationen ermöglichen einen geschlossenen Attributionskreislauf: Der Werbetreibende sieht, ob eine Anzeige in ChatGPT tatsächlich zu einer Conversion geführt hat. Zusätzlich kommen die Attributionsanbieter AppsFlyer, Adjust und Branch hinzu, die vor allem Mobile-App-Installationen und In-App-Ereignisse erfassen. Für die Messung der echten Werbewirkung testet OpenAI über Haus, Measured und WorkMagic geobasierte Experimente: Dabei werden Regionen mit und ohne Anzeigen verglichen, um den inkrementellen Effekt der Kampagne zu isolieren. Im Bereich Brand Safety laufen Pilotprogramme mit DoubleVerify und Integral Ad Science. Diese Drittanbieter bewerten die Anzeigenumgebung – etwa Themen und Stimmung von Konversationen – ohne Zugriff auf echte Nutzerkonversationen, vermutlich über KI-gestützte Klassifikationsmodelle. Ausgewählte Werbetreibende können außerdem negative Keywords festlegen, um zu verhindern, dass ihre Anzeigen in unpassenden Gesprächen erscheinen. Für Werbetreibende bedeuten diese Tools bessere ROI-Messung, Markensicherheit und Kontrolle; für Nutzer relevantere und angemessenere Werbung.
OpenAIs Werbegeschäft wächst rasant
Das Werbegeschäft von OpenAI expandiert schnell: Seit Februar schaltet das Unternehmen Anzeigen in ChatGPT, inzwischen in mehr als 40 Ländern. Die annualisierte Umsatzrate allein aus Werbung liegt bei 1 Milliarde US-Dollar. Treiber dieses Wachstums sind die enorme Reichweite von 1,2 Milliarden wöchentlichen Nutzern, die geringe Abonnementquote von etwa 5 Prozent – was eine große, unerschlossene Zielgruppe für Werbung bedeutet – sowie die kontinuierliche Einführung neuer Anzeigenformate und Mess-Tools, die mehr Werbetreibende anziehen. Um das Ziel von 100 Milliarden US-Dollar Werbeumsatz bis 2030 zu erreichen, dürfte OpenAI die Werbeinventur weiter ausbauen, die Zielgruppenansprache und Messung verfeinern und die globale Präsenz vergrößern. Für das Geschäftsmodell bedeutet dies eine stärkere Diversifizierung weg von reinen Abonnements; für Nutzer könnten mehr Anzeigen erscheinen, die jedoch durch Brand-Safety-Maßnahmen und Relevanz gesteuert werden.



