OpenAI-Ingenieur wegen mutmaßlichen Abhörgeräts im Konferenzraum angeklagt
Das US-Justizministerium wirft Abdulrahman Alfozan vor, ein Aufnahmegerät hinter einem Fernseher im Führungsraum versteckt zu haben. Motiv und Auftraggeber sind unklar. Die Haftprüfung folgt am 19. Oktober.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Ein OpenAI-Mitarbeiter, Abdulrahman Alfozan (35), wurde festgenommen und angeklagt.
- Alfozan wurde am 9. Oktober 2026 festgenommen; die Haftprüfung ist am 19. Oktober 2026.
- Alfozan ist laut Strafanzeige seit Juli 2025 als Ingenieur bei OpenAI beschäftigt.
- Am oder um den 30.09.2026 entdeckten OpenAI-Mitarbeitende ein verdecktes Audio-Aufnahmegerät in San Francisco.
- Das Gerät war in einen USB-Port eines Fernsehers gesteckt und die Inhalte waren verschlüsselt.
Ingenieur von OpenAI in Bundesgewahrsam
Das US-Justizministerium hat mitgeteilt, dass der OpenAI-Ingenieur Abdulrahman Alfozan am Freitag, 9. Oktober 2026, festgenommen und angeklagt wurde. Der 35-jährige saudische Staatsangehörige arbeitet laut Strafanzeige seit Juli 2025 für das Unternehmen, das darin als „Company 1“ geführt wird. Ihm wird vorgeworfen, ein elektronisches, mechanisches oder anderes Gerät zum Abhören mündlicher Kommunikation benutzt oder zu benutzen versucht zu haben.
Den ersten Gerichtstermin hatte Alfozan am Dienstag, 13. Oktober. Er sitzt in Bundesgewahrsam. Die Haftprüfung findet am 19. Oktober 2026 vor Magistrate Judge Alex G. Tse statt.
FBI-Direktor Kash Patel erklärte, Alfozan habe das Gerät laut Strafanzeige versteckt, um sensible Kommunikation über die KI-Technologie des Unternehmens heimlich mitzuschneiden. Das ist die Darstellung der Anklage. Bewiesen ist sie damit nicht. Nach Angaben von Al Jazeera lebt Alfozan seit September 2020 mit einer Green Card in den USA.
Gerät hinter dem Fernseher: Was die Strafanzeige schildert
Laut Strafanzeige entdeckten OpenAI-Mitarbeitende am oder um den 30. September 2026 ein verdecktes Audio-Aufnahmegerät. Es steckte in einem USB-Port an der Rückseite eines Fernsehers in einem Führungs-Konferenzraum in einem OpenAI-Gebäude in San Francisco. OpenAI stellte fest, dass das Gerät in Toilettenpapier eingewickelt war und am oder um den 28. September installiert wurde. Die aufgezeichneten Inhalte waren verschlüsselt.
Die Videoüberwachung zeigt Alfozan der Anzeige zufolge vor dem Fund mehrfach in der Nähe des Raums. Er hatte jedoch keine Befugnis, ihn zu betreten oder an den dortigen Besprechungen teilzunehmen. Nach Angaben des Justizministeriums dienen Treffen in diesem Raum häufig dem Austausch „hochvertraulicher“, nicht öffentlicher technischer, kommerzieller und strategischer Informationen, auch mit Regierungsvertretern und Wirtschaftsführern.
Al Jazeera berichtet unter Berufung auf die Strafanzeige, OpenAI habe nach dem Fund eine Kamera im Raum installiert. Sie soll Alfozan in der Vorwoche beim Nachsehen hinter dem Fernseher gezeigt haben. Auch das ist eine Behauptung der Anklage. Zur Festnahme und zur Entlassung hatten wir bereits berichtet.
OpenAI sieht keinen Zugriff auf Modellgewichte, das Motiv bleibt offen
OpenAI erklärte auf X, es habe eigene KI-Modelle eingesetzt, um die verantwortliche Person zu identifizieren und die Herkunft des Geräts nachzuverfolgen. Nach derzeitigem Stand gebe es keine Hinweise darauf, dass die Person unbefugt auf Modellgewichte, Quellcode oder Kundendaten zugegriffen oder diese abgezogen habe. Der Mitarbeiter wurde entlassen, der Fall ans FBI übergeben. Das FBI ermittelt weiter. Die Angaben zur KI-Unterstützung und zum eigenen Sicherheitsprogramm sind Herstellerangaben und unabhängig nicht überprüft.
Offen bleiben Motiv und Auftraggeber. Weder Justizministerium noch FBI nennen nach dem vorliegenden Material dazu etwas oder eine Beteiligung eines Staates. Der Washington Examiner deutet eine mögliche Rolle der saudischen Regierung an. Er räumt jedoch ein, dass kein Motiv bekannt ist. Das bleibt Spekulation. Der Sunday Guardian schreibt, es habe fast eine Woche interner Untersuchung gedauert, bis die Belegschaft den Fund bestätigte. Die Primärquellen erwähnen das nicht.



