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OpenAI entlässt Mitarbeiter nach Fund eines versteckten Aufnahmegeräts

Das Justizministerium hat einen Ingenieur festgenommen und angeklagt. Motiv und Auftraggeber sind öffentlich nicht bekannt. Wie viel die KI-Modelle bei der Identifizierung leisteten, ist nicht belegt.

· Veröffentlicht: 14.10.2026 ·3 Min Lesezeit
OpenAI entlässt Mitarbeiter nach Fund eines versteckten AufnahmegerätsMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • OpenAI meldete am 13.10.2026 ein versteckt installiertes Aufnahmegerät in einem seiner Büros.
  • Ein Mitarbeiter soll das Gerät wenige Tage zuvor platziert haben; OpenAI hat ihn entlassen.
  • OpenAI übergab den Fall dem FBI; die Ermittlungen laufen weiter.
  • Es gebe keine Hinweise, dass Modellgewichte, Quellcode oder Kundendaten abgerufen oder exfiltriert wurden.
  • Das Justizministerium benennt den Beschuldigten als Abdulrahman Alfozan, 35, saudischer Staatsangehöriger, seit Juli 2025 bei OpenAI.

OpenAI entlässt Mitarbeiter nach Fund eines versteckten Aufnahmegeräts – Festnahme und Anklage

OpenAI hat einen Mitarbeiter entlassen. Er soll in einem Büro in San Francisco ein Aufnahmegerät versteckt haben. Am 13. Oktober schrieb das Unternehmen auf X: „We discovered a sophisticated recording device that was hidden inside one of our offices.“ Mit eigenen Modellen habe man das Gerät und seine Herkunft analysiert und einen bestimmten Mitarbeiter identifiziert, der es „a few days earlier“ platziert habe. Den Fall übergab OpenAI dem FBI. Dessen Ermittlungen laufen.

Das US-Justizministerium nennt den Beschuldigten Abdulrahman Alfozan, 35, saudischer Staatsangehöriger. Alfozan arbeitete seit Juli 2025 bei OpenAI, nach Angaben von Unternehmenssprecher Nate Evans im Produktteam. Festgenommen wurde er am 9. Oktober. Der erste Gerichtstermin fand am 13. Oktober statt. Die US-Staatsanwaltschaft für den Northern District of California wirft ihm vor, ein elektronisches Gerät zum Abhören mündlicher Kommunikation genutzt oder zu nutzen versucht zu haben. Die Beschwerde wurde bei einem Bundesgericht in San Francisco eingereicht. OpenAI erklärt, es gebe „no indications“, dass Modellgewichte, Quellcode oder Kundendaten unzulässig abgerufen oder abgezogen wurden.

Daumengroßes Gerät hinter dem Fernseher im Executive-Konferenzraum

Laut Justizministerium und Strafanzeige entdeckte OpenAI das Gerät am 30. September. Es steckte in einem USB-Port auf der Rückseite eines Fernsehers im Executive-Konferenzraum eines Gebäudes in San Francisco, in Toilettenpapier verpackt. Es war daumengroß, hatte ein Mikrofon und ließ sich an eine Kamera anschließen. Installiert wurde es ungefähr am 28. September. Die gespeicherten Daten waren verschlüsselt und nicht zugänglich. In dem Raum fanden häufig Besprechungen zu hochvertraulichen technischen, kommerziellen und strategischen Themen statt. KRON4 nennt den 30. September als Installationsdatum. Das vermischt vermutlich Fund und Installation.

Laut Justizministerium war Alfozan für den Raum nicht zugangsberechtigt. Kamerabilder zeigen ihn mehrfach in der Nähe des Raums. Am 5. Oktober betrat er ihn. Etwa zu diesem Zeitpunkt fand sich im Gebäude eine Tasche von Alfozan. Darin lag ein ähnliches, angepasstes Gerät. Außerdem soll er ein Produktivitätstool nach Gebäudeadressen, Besprechungsräumen, Kalendern und Aufenthaltsorten von Führungskräften gefragt haben. Ein mit der Ehefrau verknüpfter Chatbot erkundigte sich nach Bau, Installation und Fernzugriff auf ein Gerät. OpenAI sieht zudem Belege dafür, dass weitere Geräte in sensiblen Bereichen geplant waren.

Motiv und Auftraggeber bleiben offen, Rolle der KI-Modelle ungeklärt

Was Alfozan mit den Aufnahmen vorhatte, nennt die Strafanzeige nicht. Motiv und Auftraggeber sind öffentlich nicht benannt. Die Beschwerde nennt OpenAI nicht namentlich. Das Unternehmen bestätigte den Vorfall separat.

Zu trennen ist, was belegt ist und was OpenAI darstellt. Das Unternehmen führt die Identifizierung auf eigene Modelle zurück und bezeichnet das Gerät als „sophisticated“. Die Darstellung des Justizministeriums stützt sich dagegen auf Kamerabilder, die aufgefundene Tasche und die Tool-Abfragen. Wie viel die Modelle leisteten, ist nicht belegt. Ebenso unklar ist laut TechCrunch, wie sich das Gerät technisch von anderen Aufnahmegeräten unterscheidet. OpenAI wertet den Fall als Beleg für sein Sicherheitsprogramm. Prüfbar wären diese Punkte erst am Volltext der Strafanzeige. Die FBI-Ermittlungen dauern an.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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