OpenAI bestätigt überhöhte Gebühren bei Agents-API-Containern
OpenAI meldet technisches Problem, Nutzer spricht von illegaler Abrechnung
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- OpenAI hat auf status.openai.com ein Problem mit höheren als erwarteten Gebühren für OpenAI-gehostete Container in der Agent API bestätigt und arbeitet an einer Lösung sowie Rückerstattungen.
- Ein Nutzer berichtet im OpenAI-Community-Forum von einer festhängenden Agents-API-Sitzung mit OpenAI-gehostetem Sandbox, die sich nicht abbrechen oder löschen lässt und weiterhin Containerzeit abrechnet.
- OpenAI hat laut Statusseite die Minderung angewendet; neue Sitzungen sollten nicht mehr betroffen sein; alle betroffenen Dienste haben sich vollständig erholt.
- Laut einem Bericht von Business Today unter Berufung auf The Information und das Startup Vaudit ergab eine Prüfung von KI-Rechnungen über 34 Millionen US-Dollar von 60 Unternehmen zwischen März und Juni 2026 Überzahlungen von geschätzt 1,7 Millionen US-Dollar, mehrheitlich bei Anthropic Claude Code, aber auch bei OpenAI-Diensten.
OpenAI bestätigt überhöhte Gebühren bei Agents-API-Containern
OpenAI hat auf seiner Statusseite offiziell bestätigt, dass es bei OpenAI-gehosteten Containern in der Agent API zu höheren als erwarteten Gebühren gekommen ist. Die Statusmeldung dokumentiert den Vorfall in mehreren Schritten: Zunächst wurde ein Problem untersucht, das zu überhöhten Abrechnungen führte. Anschließend identifizierte OpenAI die Ursache und arbeitete an einer Lösung. Schließlich wurde eine Minderung angewendet, sodass neue Sitzungen nicht mehr von dem Problem betroffen sein sollten. Alle betroffenen Dienste haben sich nach Angaben des Unternehmens vollständig erholt. OpenAI kündigte zudem an, die betroffene Nutzung zu überprüfen, um betroffene Kunden zu identifizieren und Rückerstattungen zu berechnen.
Die Statusmeldung selbst nennt keine konkrete technische Ursache für die überhöhten Gebühren. Ein parallel veröffentlichter Nutzerbericht im OpenAI-Community-Forum deutet jedoch darauf hin, dass Agents-API-Sitzungen in einem festhängenden Zustand verbleiben und weiterhin Containerzeit abrechnen können, ohne dass der Nutzer sie stoppen kann. Dieser Mechanismus – nicht beendbare Container, die weiterlaufen – könnte die unerwartet hohen Gebühren erklären. Betroffen sind ausschließlich OpenAI-gehostete Container in der Agent API; andere Dienste waren nicht beeinträchtigt. OpenAI hat dazu bislang keine weiteren Details veröffentlicht.
Nutzer schildert festhängende Sitzung und fortgesetzte Abbuchungen
Im OpenAI-Community-Forum beschreibt ein Nutzer eine Agents-API-Sitzung mit einem OpenAI-gehosteten Sandbox, die im Status `in_progress` festhängt, obwohl alle Turns bereits abgeschlossen oder fehlgeschlagen sind. Der Versuch, die Sitzung abzubrechen, liefert eine HTTP-202-Bestätigung, ändert jedoch nichts am Zustand. Das Löschen der Sitzung schlägt mit einem HTTP-409-Fehler fehl, da die API voraussetzt, dass die Sitzung dauerhaft inaktiv oder fehlgeschlagen ist und keine erforderlichen Aktionen mehr offen sind – ein Zustand, der nicht erreicht wird. Dadurch bleibt die Sandbox verbunden und OpenAI rechnet weiterhin Containerzeit ab.
Der Nutzer gibt an, er habe den Support kontaktiert und eine Fallnummer erhalten, aber nach mehreren Tagen keine Antwort bekommen. Da die Gebühren weiter aufliefen, musste er schließlich seine Karte entfernen, um weiteren Schaden zu verhindern. Er bittet um Rückerstattung der für die festhängende Sandbox berechneten Beträge und bezeichnet die fortgesetzte Abrechnung ausdrücklich als illegal und spricht von einem „infinite billing glitch“. Die technische Erklärung liegt darin, dass der Abbruch-Befehl offenbar nicht die zugrunde liegende Container-Instanz stoppt und die Löschanforderung aufgrund des nicht erfüllten Endzustands abgelehnt wird.
Prüfung findet Überzahlungen bei KI-Diensten in Millionenhöhe
Ein Bericht von Business Today unter Berufung auf The Information und das Startup Vaudit beschreibt Überzahlungen bei KI-Diensten. Vaudit hat nach eigenen Angaben KI-Rechnungen im Umfang von 34 Millionen US-Dollar von 60 Unternehmen zwischen März und Juni 2026 geprüft und dabei Überzahlungen von geschätzt 1,7 Millionen US-Dollar festgestellt. Die Mehrheit der Abrechnungsprobleme betraf Anthropics Claude Code, es waren jedoch auch Rechnungen mit OpenAI-Diensten betroffen.
Als mögliche Ursache nennt Laura Bratton von The Information, dass KI-Agenten Aufgaben wiederholt ausführen, wenn sie diese falsch abschließen, und Kunden nicht bemerken, dass der Agent immer wieder versucht und dafür Gebühren anfallen. Vaudit gibt an, die Rechnungen nicht unabhängig verifizieren zu können, da die Preise von mehreren Faktoren abhängen, darunter Modelltyp, Token-Nutzung und API-Aufrufe. Zu den Kunden von Vaudit gehören nach dem Bericht große Unternehmen wie Panasonic, HP und Honda. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Abrechnungsfehler bei KI-Diensten kein Einzelfall sind, sondern in relevantem Umfang auftreten können.
Anbieter weisen Vorwürfe weitverbreiteter Abrechnungsfehler zurück
Anthropic und OpenAI weisen laut dem Bericht die Behauptung weitverbreiteter Abrechnungsfehler zurück. Beide Unternehmen geben an, keine Belege für solche Vorwürfe gefunden zu haben. Diese Zurückweisung stützt sich offenbar auf interne Prüfungen ihrer Abrechnungssysteme und Nutzungsdaten, die nach ihrer Aussage keine Hinweise auf systematische Fehler liefern. Der Bericht selbst nennt keine konkreten Prüfmethoden oder Datenquellen der Anbieter.
Der Widerspruch zur Vaudit-Prüfung ergibt sich aus unterschiedlichen Datenbasen: Vaudit analysierte externe Rechnungen von Unternehmen, während die Anbieter ihre eigenen internen Aufzeichnungen heranziehen. Dadurch können beide Seiten zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen gelangen, ohne dass eine Seite notwendigerweise falsch liegt. Der Bericht lässt offen, wie viele der geprüften Unternehmen tatsächlich betroffen waren und ob die Überzahlungen auf technische Fehler oder auf unerwartete Nutzung zurückgehen.
Technisches Problem oder illegale Abrechnung?
Zwischen der Darstellung des betroffenen Nutzers und der offiziellen Position von OpenAI besteht ein grundlegender Widerspruch. Der Nutzer bezeichnet die fortgesetzte Abrechnung ausdrücklich als illegal und spricht von einem „infinite billing glitch“. OpenAI hingegen spricht auf seiner Statusseite von einem technischen Problem mit „higher-than-expected charges“ und kündigt Rückerstattungen an, ohne eine rechtliche Bewertung vorzunehmen.
Eine rechtliche Einordnung des Vorfalls liegt bislang nicht vor. Offen bleibt, ob die fortgesetzte Abrechnung als Vertragsverletzung, als technischer Defekt oder als beides zu werten ist. Der Nutzer hat keine rechtlichen Schritte angekündigt, sondern lediglich um Rückerstattung gebeten. OpenAI hat das Problem anerkannt und Maßnahmen ergriffen, was gegen eine vorsätzliche oder illegale Handlung spricht, aber eine abschließende Klärung steht aus.



