KI-Werkzeug SMART: Erste Zahlen aus Washington stammen nur aus einer Quelle
Die NY Post nennt 110 umgeleitete Flüge und kleine Einsparungen. Unabhängig geprüft sind die Angaben nicht, Erhebungszeitraum und Vergleichsbasis fehlen.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Die FAA und das DOT haben SMART am 21. September an drei Washingtoner Flughäfen eingeführt.
- SMART steht für Strategic Management of Airspace, Routes and Trajectories und bündelt rund 200 Datenströme.
- Das System fasst Flugwege, Wetter und Verkehrsfluss zusammen, um das Verkehrsmanagement zu verbessern.
- Luftfahrtspezialisten überwachen das Werkzeug, das Fluglotsen bei Entscheidungen unterstützt.
- Ein Software-Modernisierungsprogramm der FAA im Umfang von 875 Mio. USD hat begonnen.
SMART bündelt rund 200 Datenströme für Lotsen an drei Washingtoner Flughäfen
Das US-Verkehrsministerium (DOT) und die Luftfahrtbehörde FAA führten am 21. September das KI-gestützte Werkzeug SMART an den Flughäfen Reagan National, Dulles und Baltimore/Washington ein. Die Abkürzung steht für Strategic Management of Airspace, Routes and Trajectories. Das System führt rund 200 Datenströme zusammen, etwa zu Flugwegen, Wetter und Verkehrsfluss. Entwickelt hat es die Luftverkehrs-Analysefirma Air Space Intelligence mit.
SMART soll Fluglotsen bei ihren Entscheidungen unterstützen. Laut DOT beobachten „aviation specialists“ das System und erkennen, wo Überlastung oder schlechtes Wetter Staus auslösen könnten. Verkehrsminister Sean Duffy kündigte an, SMART verringere Verspätungen, entlaste die Lotsen und senke die Reisepreise. Bislang ist das eine Ankündigung. Belegt ist die Wirkung nicht.
Der Start wurde von einem Telekommunikationsausfall an der US-Ostküste überschattet. Laut FAA brannte ein Bauteil in Philadelphia durch, die Ersatzleitung war durchtrennt. Wer sie durchtrennte, ist umstritten. Duffy nannte eine Amtrak-Crew. Reuters berichtete später von einer Crew der New Jersey Transit, Amtrak weist die Verantwortung zurück.
110 umgeleitete Flüge: Erste Zahlen stammen nur aus einer Quelle
Die ersten Ergebnisse nennt die NY Post. Demnach hat SMART in der Anfangsphase 110 Flüge umgeleitet und dabei bis zu 30 Minuten und 56 Gallonen Kraftstoff eingespart. 14.644 Passagiere seien positiv betroffen gewesen. Rebecca Guy, kommissarische Technikchefin der FAA, sagte laut Bericht: „Instead of leaving air traffic to deal with all these issues, we are actually getting ahead of issues and solving them before it actually becomes a problem.“ Dabei handelt es sich um eine Herstellerangabe der Behörde, die das System einsetzt.
Die Zahlen sind Berichtsangaben, keine unabhängig geprüften Ergebnisse. Sie stammen aus einer einzigen Quelle, der NY Post; woher die Zeitung die Daten hat, benennt der Bericht nicht. Er nennt weder Erhebungszeitraum noch Vergleichsbasis. Ohne beides lässt sich der Effekt nicht einordnen. Die NY Post selbst nennt die Einsparungen „modest“, rechnet sie aber auf die 44.000 bis 45.000 täglichen US-Flüge hoch. Das ist eine Extrapolation, keine Messung.
Prüfen ließe sich die Wirkung anhand veröffentlichter Verspätungs- und Pünktlichkeitsstatistiken der drei Flughäfen, vor und nach der Einführung. Hilfreich wäre außerdem eine Auswertung nach einer Ausweitung auf weitere Flughäfen.
Beyer nach Gespräch mit Bedford weniger besorgt, DOT will 30 Milliarden mehr
Der Abgeordnete Don Beyer (D-Va.) hatte sich skeptisch zur KI-Einführung geäußert. Nach einem Gespräch mit FAA-Chef Bryan Bedford sprach er laut Nextgov von „a good conversation“. Das Gespräch habe einige seiner Sorgen gemildert.
Die Überschrift der NY Post spricht davon, dass Demokraten das Programm weiterhin ablehnen. Nextgov belegt dagegen nur Beyer, und zwar als einzelnen Abgeordneten mit abgemilderter Skepsis. Ob andere Demokraten bei ihrer Ablehnung bleiben, geht aus dem Material nicht hervor.
Das DOT beantragt beim Kongress weitere 30 Milliarden US-Dollar, um die Modernisierung der Flugsicherung abzuschließen. Das Geld soll außerdem in die Erneuerung bestehender IT-Systeme und in neue KI-Fähigkeiten fließen. NPR ordnet SMART in ein Software-Modernisierungsprogramm der FAA mit einem Umfang von 875 Millionen US-Dollar ein. Die Einführung an den drei Washingtoner Flughäfen ist Teil davon.



