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KI soll Seh-Wahrnehmung aus Hirnscans rekonstruieren

Ein KI-Tool soll aus Gehirnscans rekonstruieren können, was eine Person sieht, und umgekehrt Gehirnaktivität anhand des Gesehenen vorhersagen. Entwickelt wurde es laut Bericht von Michal Irani und Kollegen am Weizmann-Institut.

· Veröffentlicht: 04.10.2026 ·1 Min Lesezeit
KI soll Seh-Wahrnehmung aus Hirnscans rekonstruierenMit KI erstellt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Neu ist die Behauptung, dass ein KI-Tool sowohl die visuelle Wahrnehmung aus Gehirnscans rekonstruieren als auch Gehirnaktivität vorhersagen kann. Gegenüber früheren Berichten ist keine belastbare Primärquelle verfügbar; die Meldung basiert auf einem Artikel von MIT Technology Review.
  • Potenzielle Nutznießer: Menschen mit locked-in-Syndrom oder neurologischen Erkrankungen, Neurowissenschaftler, Forscher am Weizmann-Institut. Potenziell Geschädigte: Personen, deren innere Gedanken oder mentale Bilder ohne Einwilligung ausgelesen werden könnten. Handlungsbedarf: Datenschutzbehörden und Gesetzgeber, da Neurodaten nach GDPR nicht explizit als sensible Daten eingestuft sind (Belege 48635, 48636, 48637).
  • Ein KI-Tool soll aus Gehirnscans rekonstruieren können, was eine Person sieht, und umgekehrt Gehirnaktivität anhand des Gesehenen vorhersagen. Entwickelt wurde es laut Bericht von Michal Irani und Kollegen am Weizmann-Institut.

1 – KI-Tool und behauptete Präzision

Ein KI-Tool am Weizmann-Institut, entwickelt von Michal Irani und Kollegen, kann laut MIT Technology Review visuelle Wahrnehmung aus Gehirnscans rekonstruieren und umgekehrt Gehirnaktivität vorhersagen. Die behauptete Präzision wird als „bemerkenswert“ (remarkable precision) beschrieben; eine konkrete quantitative Angabe wie ein Prozentwert oder Fehler-Score wird in der Quelle nicht genannt. Die Rekonstruktionen ähneln den tatsächlich gesehenen Bildern stark, wie anhand von Bildpaaren gezeigt wird: links das Original, rechts die Rekonstruktion. Irani hofft, damit die Gehirnfunktion besser zu verstehen und locked-in-Patienten zu helfen.

2 – Zweifel an Zuverlässigkeit und Datenschutz

Eine belastbare Primärquelle ist nicht verfügbar. Eine arXiv-Reanalyse einer anderen Studie zeigt generelle Zweifel an der Glaubwürdigkeit solcher Rekonstruktionen auf: Sie kritisiert selektive Berichterstattung (nur beste Beispiele) und zirkuläre Metriken, die die Leistung künstlich aufblähen. Zudem gelten Neurodaten nach der DSGVO nicht explizit als sensible Daten, da Artikel 9 DSGVO zwar genetische, biometrische und Gesundheitsdaten auflistet, Neurodaten aber nicht erwähnt. Das wirft Datenschutzbedenken auf.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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