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Jeder dritte junge Erwachsene fragt Chatbots nach Drogen und Alkohol

Eine Rutgers-Studie in JMIR Formative Research zeigt, wie verbreitet KI-Auskünfte zu Substanzkonsum unter 18- bis 29-Jährigen sind. Die Forschenden warnen vor reproduzierten Fehlinformationen.

· Veröffentlicht: 24.10.2026 ·2 Min Lesezeit
Jeder dritte junge Erwachsene fragt Chatbots nach Drogen und AlkoholMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Rutgers-Forschende werteten Umfragedaten von knapp 1.000 Teilnehmenden zur KI-Nutzung aus.
  • Die Studie erschien im Journal of Medical Internet Research Formative Research; Lead-Autorin ist Mireia Triguero Roura.
  • Mehr als 32 % nutzten ChatGPT und ähnliche Chatbots für Informationen zu Substanzkonsum.
  • Etwa die Hälfte der Nutzenden greift mindestens monatlich auf KI zurück; Schwarze und männliche Teilnehmende eher.
  • Die Forschenden halten die Ergebnisse für besorgniserregend, weil Chatbots Fehlinformationen reproduzieren können.

Rund ein Drittel der 18- bis 29-Jährigen nutzt Chatbots für Substanzfragen

Rund jeder dritte junge Erwachsene nutzt Chatbots wie ChatGPT, um sich über Substanzkonsum zu informieren. Das berichten Forschende von Rutgers Health um Lead-Autorin Mireia Triguero Roura vom Center for Pharmacoepidemiology and Treatment Science. Ausgewertet wurden Umfragedaten von knapp 1.000 Personen zwischen 18 und 29 Jahren. Mehr als 32 Prozent gaben an, ChatGPT oder ähnliche Chatbots für solche Auskünfte zu verwenden. Am häufigsten ging es um Risiken und Konsequenzen des Konsums.

Die Studie erschien im Journal JMIR Formative Research. Laut Forschenden untersucht sie, wie häufig diese Nutzung vorkommt, welche Merkmale sie hat und wie die Befragten die Antworten der KI bewerten.

Zur Einordnung der Quellenlage: Die Angaben in diesem Beitrag stützen sich auf die Pressemitteilung von Rutgers und auf eine Aggregatorseite, die darüber berichtet. Das Originalpaper lag nicht vor und konnte deshalb nicht geprüft werden. Methodische Details, etwa zur Stichprobenziehung, lassen sich daher nicht beurteilen.

Etwa die Hälfte der Nutzenden fragt mindestens monatlich nach

Für viele ist das keine Ausnahme. Rund die Hälfte derjenigen, die KI für substanzbezogene Informationen einsetzen, tut dies laut Mitteilung mindestens einmal im Monat.

Zwischen den Gruppen gibt es Unterschiede. Schwarze und männliche Teilnehmende nutzten KI für diesen Zweck eher als andere. Weitere Zahlen zu diesen Unterschieden nennt die Mitteilung nicht.

Forschende warnen vor reproduzierten Fehlinformationen

Die Forschenden halten die Ergebnisse für besorgniserregend. Generative KI-Chatbots können Fehlinformationen wiedergeben, und das kann riskantes Konsumverhalten begünstigen. Hinzu kommt: Junge Menschen gehören zu der Altersgruppe, die von den negativen Folgen des Substanzkonsums am stärksten betroffen ist.

Die Pressemitteilung verweist außerdem auf Daten, wonach 66 Prozent der jungen Erwachsenen KI für die Informationssuche und für medizinische Ratschläge nutzen.

Welche Folgen das haben kann, zeigt ein dokumentierter Einzelfall. Ein 19-jähriger Student starb im Mai 2025 an einer Kombination aus Kratom, Alprazolam und Alkohol, nachdem ChatGPT trotz eines Warnhinweises eine Xanax-Dosis genannt hatte. Seine Eltern verklagten OpenAI im Mai 2026. Die Darstellung stammt aus einem Law-Review-Beitrag; ein Gerichtsdokument liegt nicht vor.

Eine französische Studie zu Arzneimittelwechselwirkungen ergab je nach Modell deutlich unterschiedliche Anteile korrekter Antworten über alle Fragen hinweg: 66 Prozent bei ChatGPT, 68 Prozent bei Claude und 33 Prozent bei Gemini. Das Themenfeld ist ein anderes. Die Zahlen belegen deshalb nicht die Qualität von Auskünften zu Substanzkonsum.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. hyper.ai ↗

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