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HeyMagda: KI prüft Freelancer-Verträge auf Scheinselbständigkeits-Risiken

Die Software von dealdraft identifiziert kritische Klauseln und erstellt Ergänzungsvereinbarungen – während die Rentenversicherung mit KIRA den Prüfdruck erhöht.

· Veröffentlicht: 16.09.2026 ·2 Min Lesezeit
HeyMagda: KI prüft Freelancer-Verträge auf Scheinselbständigkeits-RisikenMit KI erstellt
◆ Fakten auf einen Blick
  • dealdraft hat mit HeyMagda eine spezialisierte KI-Software für die Prüfung von Werk- und Dienstverträgen mit Freelancern vorgestellt.
  • Die Anwendung soll Vertragsmängel identifizieren, die bei einer Betriebsprüfung als Hinweise auf eine mögliche Scheinselbständigkeit gewertet werden könnten.
  • Auf Basis der Analyse kann anschließend eine Ergänzungsvereinbarung erstellt werden.
  • Entwickelt wurde HeyMagda von der Rechtsanwältin Magdalena Seiler.
  • Nach Angaben des Unternehmens basiert die Lösung auf Erfahrungen aus der manuellen Prüfung von mehreren hundert Werk- und Dienstverträgen pro Monat.
  • Seiler war zuvor mehr als zehn Jahre in Rechtsabteilungen großer Personaldienstleister tätig.

HeyMagda: KI prüft Freelancer-Verträge auf Scheinselbständigkeits-Risiken

Das Unternehmen dealdraft hat mit HeyMagda eine spezialisierte KI-Software für die Prüfung von Werk- und Dienstverträgen mit Freelancern vorgestellt. Die Anwendung identifiziert Vertragsmängel, die bei einer Betriebsprüfung als Hinweise auf eine mögliche Scheinselbständigkeit gewertet werden könnten. Konkret lädt der Nutzer den Vertrag als PDF, DOCX oder Text hoch. Die KI analysiert daraufhin zehn rechtliche Dimensionen – darunter Weisungsgebundenheit, Eingliederung in die betriebliche Organisation, Arbeitszeitregelungen, Vergütungsstruktur, Vertretungsregelungen und Haftungsklauseln. Sie erkennt Branche und Vertragstyp automatisch und gleicht die Klauseln mit der aktuellen BSG-Rechtsprechung ab. Das Ergebnis ist ein Ampelsystem mit detaillierter Bewertung und konkreten Handlungsempfehlungen. Auf Basis dieser Analyse kann anschließend eine Ergänzungsvereinbarung erstellt werden: Die Software generiert aus den identifizierten Risikopunkten Vorschläge für angepasste Formulierungen, die die kritischen Klauseln entschärfen – etwa durch klarere Regelungen zu Weisungsfreiheit, eigenen Arbeitsmitteln oder der Möglichkeit, für andere Auftraggeber tätig zu sein.

Entwickelt wurde HeyMagda von der Rechtsanwältin Magdalena Seiler. Nach Angaben des Unternehmens basiert die Lösung auf Erfahrungen aus der manuellen Prüfung von mehreren hundert Werk- und Dienstverträgen pro Monat. Seiler war zuvor mehr als zehn Jahre in Rechtsabteilungen großer Personaldienstleister tätig.

KIRA der Rentenversicherung erhöht Druck auf Auftraggeber

Als Hintergrund für die Entwicklung nennt dealdraft Veränderungen bei der Prüfpraxis der Deutschen Rentenversicherung. Diese nutzt mit KIRA inzwischen ebenfalls KI-Technologien, um im Rahmen von Betriebsprüfungen größere Datenmengen automatisiert auszuwerten. Die Software scannt dabei die bei den Arbeitgebern vorhandenen Unterlagen – von Verträgen über Stundenzettel bis zu E-Mail-Verläufen – und identifiziert Sachverhalte, die auf eine mögliche Scheinselbständigkeit hinweisen, etwa feste Arbeitszeiten, Urlaubsansprüche oder eine enge Einbindung in Teamstrukturen. Wird eine Tätigkeit nachträglich als sozialversicherungspflichtige Beschäftigung eingestuft, können für Auftraggeber Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen für bis zu vier Jahre sowie Säumniszuschläge und mögliche strafrechtliche Konsequenzen entstehen. Für Unternehmen, die regelmäßig mit Freelancern zusammenarbeiten, gewinnt damit die systematische Prüfung der zugrunde liegenden Vertragswerke an Bedeutung.

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Jasmin Freitag
Redaktion · KI-Anwendungen & Tools

Jasmin Freitag beobachtet für KI Spotlight die praktische Seite der künstlichen Intelligenz: neue Anwendungen, generative Werkzeuge, kreative KI und den Einsatz von Tools im Alltag und in Unternehmen. Sie erklärt praxisnah, was ein Werkzeug wirklich taugt.

Quellen

  1. cio.de ↗

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