Ecosia lässt Mistral fallen und setzt auf offene Modelle aus China
Gründer Christian Kroll nennt gegenüber Politico Qualität und überlastete Server als Gründe. Ob der Wechsel schon vollzogen ist, bleibt offen.
Mit KI erstellt◆ Fakten auf einen Blick
- Ecosia lässt den KI-Partner Mistral fallen und setzt auf Open-Source-Modelle, auch aus China.
- Kroll sagt, Mistral-Modelle seien „a year behind“ und die Qualität enttäusche.
- Ecosia war erst im Mai 2026 von OpenAI zu Mistral gewechselt.
- KI Overviews laufen über ein Mistral-small-3.2-Modell und sind in 13 Ländern verfügbar.
- Ecosia will die KI künftig fast gänzlich mit einem europäischen Modellanbieter betreiben.
Ecosia lässt Mistral fallen und setzt auf offene Modelle aus China
Die Berliner Suchmaschine Ecosia trennt sich vom französischen KI-Anbieter Mistral. Stattdessen setzt sie auf offene Modelle, auch aus China. Das berichtet Politico unter Berufung auf ein Interview mit Gründer und CEO Christian Kroll. „We are disappointed with the quality of Mistral“, sagte Kroll demnach. Die Modelle des französischen Labors seien inzwischen „a year behind“ der Konkurrenz.
Als weiteren Grund nennt Kroll laut Politico Probleme mit überlasteten Servern. „Wir waren für Mistral schlichtweg ein zu großer Kunde“, zitiert ihn die Berichterstattung. Erst im Mai 2026 war Ecosia von OpenAI zu Mistral gewechselt. Der Kurswechsel kommt also nach wenigen Monaten.
Welche Modelle künftig laufen sollen, nennt nur eine Quelle konkret. Der iphone-ticker führt Qwen von Alibaba, GLM von Z.ai und Kimi von Moonshot AI auf. Betrieben würden sie vom deutschen Anbieter Melious auf europäischer Infrastruktur. Diese Angabe stützt sich allein auf den iphone-ticker und ist nicht anderweitig belegt. PC Games Hardware und 01net stellen den Wechsel in Folgeberichten ähnlich dar. Sie sprechen von einer beendeten Zusammenarbeit beziehungsweise einer Ankündigung, Mistral aufzugeben.
Offen bleibt, ob der Wechsel vollzogen ist und wie er zur Europa-Botschaft passt
Ob der Wechsel schon stattgefunden hat, ist unklar. Politico und die Folgeberichte stellen ihn als Entscheidung des CEO dar. t3n fragt dagegen in der Überschrift, ob Ecosia Mistral durch China-Modelle ersetzen „will“. Die Sichtung formuliert lediglich ein Prüfen. Eine offizielle Mitteilung von Ecosia liegt nicht vor.
Auch Ecosias eigene Angaben zeigen noch den alten Stand. Der Blog kündigte an, die KI „fast gänzlich“ mit einem europäischen Modellanbieter zu betreiben. Zugleich warb das Unternehmen mit EU-Datenschutz und damit, dass Dritte die Anfragen nicht speichern. Die Hilfeseite nennt für die KI Overviews weiterhin ein Mistral-small-3.2-Modell, betrieben von Staan über EUSP.
Mistral widerspricht der Qualitätskritik. Laut Presse-citron, die sich auf Politico beruft, soll Mistral-Chefwissenschaftler Guillaume Lample das neue Mistral 4 Large als großen Sprung bezeichnet und Ecosia geraten haben, es zu testen. Die Bewertungen beziehen sich jedoch auf unterschiedliche Modelle. Ecosia nutzt laut den Belegen die kleineren Varianten small 3.2 und small 4, nicht Large 4. Ein unabhängiger Benchmark-Vergleich liegt nicht vor.
Kroll sieht in Open-Weight-Modellen, wie sie in China vorangetrieben werden, eine große Chance für Europa. Laut iphone-ticker nennt er außerdem eine ungefähre Halbierung der Betriebskosten.



