Cohere und Aleph Alpha unterzeichnen verbindliche Zusammenschlussvereinbarung
Die Unternehmen kündigen einen transatlantischen KI-Zusammenschluss mit Hauptsitzen in Berlin und Toronto an. Die Schwarz Gruppe stellt 500 Millionen Euro bereit.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Cohere und Aleph Alpha haben eine verbindliche Unternehmenszusammenschlussvereinbarung (definitive business combination agreement) unterzeichnet.
- Der Zusammenschluss folgt auf eine im April 2026 angekündigte geplante Partnerschaft.
- Das kombinierte Unternehmen wird global als Cohere firmieren.
- Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt finaler regulatorischer Genehmigungen und wird für später in diesem Jahr erwartet.
- Das Unternehmen wird zwei Hauptsitze in Berlin und Toronto haben; der Heidelberger Standort von Aleph Alpha bleibt als Forschungszentrum erhalten.
- Die Mitarbeiterzahl des kombinierten Unternehmens wird über 1.000 in Nordamerika und Europa liegen.
Verbindliche Vereinbarung unterzeichnet: Cohere und Aleph Alpha besiegeln Zusammenschluss
Cohere und Aleph Alpha haben eine verbindliche Unternehmenszusammenschlussvereinbarung unterzeichnet. Das teilten die beiden Unternehmen mit. Die Vereinbarung folgt auf eine im April dieses Jahres angekündigte geplante Partnerschaft zwischen dem kanadischen KI-Anbieter und dem Heidelberger Unternehmen. Das kombinierte Unternehmen wird global als Cohere firmieren. Nach Angaben der Unternehmen [Herstellerangabe] ist das Ziel ein transatlantisches Unternehmen mit Hauptsitzen in Berlin und Toronto, das als souveräne KI-Alternative zu US-Anbietern positioniert wird. Diese Positionierung begründen die Unternehmen mit einer wachsenden Nachfrage nach Souveränität und Kontrolle über KI: Organisationen sollen nicht gezwungen sein, ihren KI-Stack an US-Hyperscaler abzugeben [Herstellerangabe]. Die Wahl von Berlin und Toronto als Hauptsitze wird in der Unternehmensmitteilung damit begründet, dass lokale Gesetze, kulturelle Kontexte und institutionelle Anforderungen bedient werden sollen. Die Bündelung von Coheres globaler Skalierung mit Aleph Alphas Forschungsexzellenz und engen institutionellen Beziehungen soll nach Angaben der Unternehmen [Herstellerangabe] einen international wettbewerbsfähigen KI-Champion schaffen. Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt finaler regulatorischer Genehmigungen und wird für später in diesem Jahr erwartet. Beide Unternehmen wurden 2019 gegründet. Aleph Alpha beschäftigt nach Angaben der Unternehmen etwa 200 Mitarbeiter an vier Standorten in Deutschland. Cohere hat nach eigenen Angaben insgesamt etwa 1,6 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Die offizielle Mitteilung von Cohere nennt weder Ort noch Datum der Unterzeichnung. Damit ist die im April angekündigte Partnerschaft in eine verbindliche Vereinbarung überführt worden.
Struktur des neuen Cohere: Doppelsitz, Forschungszentrum Heidelberg und Führungswechsel
Das kombinierte Unternehmen wird global als Cohere firmieren. Als Hauptsitze sind Berlin und Toronto vorgesehen. Der Heidelberger Standort von Aleph Alpha bleibt nach Angaben der Unternehmen als Forschungszentrum erhalten. Die Mitarbeiterzahl des kombinierten Unternehmens wird nach Unternehmensangaben [Herstellerangabe] über 1.000 in Nordamerika und Europa liegen. Aleph Alpha beschäftigt derzeit etwa 200 Mitarbeiter an vier Standorten in Deutschland. Mit dem Zusammenschluss erweitert Cohere sein Führungsteam um zwei Positionen, die nach Abschluss der Transaktion wirksam werden: Ilhan Scheer, bisher Co-CEO von Aleph Alpha, wird Chief Operating Officer von Cohere und soll das globale Betriebsmodell und die organisatorische Skalierung leiten. Samuel Weinbach, bisher Co-Founder und Co-Chief Research Officer von Aleph Alpha, wird Chief Research Officer von Cohere. Die Schaffung dieser beiden Positionen trägt dem Umstand Rechnung, dass das kombinierte Unternehmen auf über 1.000 Mitarbeiter an mehreren Standorten wächst und eine koordinierte operative Führung sowie eine gebündelte Forschungsleitung benötigt. Scheer bringt Erfahrung in der Skalierung von Unternehmenstransformationen mit: Er gründete zuvor fable+, ein Datenanalyse- und Transformationsunternehmen, das von Accenture übernommen wurde; dort war er als Managing Director für ein globales Portfolio von Unternehmenstransformationen verantwortlich. Weinbachs Rolle als Chief Research Officer soll die Forschungsexpertise von Aleph Alpha in das kombinierte Unternehmen einbringen und die Weiterentwicklung der KI-Modelle vorantreiben.
Finanzierung und Bewertung: Schwarz Gruppe steigt mit 500 Millionen Euro ein
Die Schwarz Gruppe stellt 500 Millionen Euro als strukturierte Finanzierung bereit. Das entspricht nach Angaben der Unternehmen etwa 600 Millionen US-Dollar. Die Finanzierung soll nach Unternehmensangaben [Herstellerangabe] das souveräne deutsch-kanadische KI-Vorhaben weiter beschleunigen. Konkret ermöglicht sie nach Angaben der Unternehmen [Herstellerangabe] die Bündelung erstklassiger Engineering-Talente und Rechenressourcen zweier G7-Nationen. Diese Ressourcen sind erforderlich, um die Entwicklung und Bereitstellung souveräner KI-Lösungen für Regierungen und regulierte Industrien voranzutreiben und die Skalierung des kombinierten Unternehmens zu finanzieren. Das kombinierte Unternehmen wird nach übereinstimmenden Berichten mit etwa 20 Milliarden US-Dollar bewertet. Das Handelsblatt hatte zuerst über den Zusammenschluss berichtet und die Bewertung unter Berufung auf Quellen aus Regierung und Industrie genannt. Cohere hat nach eigenen Angaben 2025 einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von 240 Millionen US-Dollar erzielt. Zu den Kunden zählen Oracle, Dell, RBC, SAP, Fujitsu und Ensemble Health Partners. Cohere hat insgesamt etwa 1,6 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Zu den Investoren gehören Nvidia, AMD Ventures, Salesforce Ventures, Oracle und Cisco. Die finanziellen Bedingungen der Transaktion wurden von den Unternehmen nicht offengelegt.
Souveränität als Verkaufsargument: Politische Unterstützung und Abgrenzung zu US-Anbietern
Das Ziel des Zusammenschlusses ist nach Angaben der Unternehmen [Herstellerangabe] eine souveräne KI-Alternative zu US-Anbietern. Die Transaktion wurde nach übereinstimmenden Berichten von der kanadischen und der deutschen Regierung unterstützt. Cohere bringt die Command-Modellfamilie, die North-Agentenplattform und das Parse-Dokumentenmodell ein. Aleph Alpha steuert die PhariaAI-Plattform bei. Laut einem Bericht sollen beide auf STACKIT deployed werden, einer souveränen Cloud-Infrastruktur außerhalb des US CLOUD Act, weil sie kein amerikanisches Mutterunternehmen hat. Diese Architektur liefert eine nachvollziehbare technische Begründung für die Souveränitätsbehauptung: Da STACKIT kein US-amerikanisches Mutterunternehmen hat, unterliegt die Infrastruktur nicht dem Zugriffsrecht US-amerikanischer Behörden nach dem CLOUD Act. Der Bericht verweist zudem auf die Anthropic-Exportkontroll-Episode vom Juni 2026 als Beispiel dafür, dass KI-Workflows auf US-Hyperscalern bei regulatorischen Eingriffen abrupt unterbrochen werden können. Vor diesem Hintergrund argumentieren die Unternehmen [Herstellerangabe], dass kein Staat oder Unternehmen zwischen leistungsfähiger KI und Kontrolle über die Technologie wählen müsse. Diese Aussage wird durch die beschriebene technische Architektur und die politische Unterstützung gestützt. Ebenso ist die Behauptung [Herstellerangabe], es entstehe das erste transatlantische souveräne KI-Angebot, durch einen Vergleich mit anderen transatlantischen KI-Kooperationen zu prüfen. Cohere positioniert den Zusammenschluss als Antwort auf die wachsende Nachfrage nach Souveränität und Kontrolle über KI.
Widersprüche: Übernahme oder Fusion? Und wo wurde unterschrieben?
In der Berichterstattung über den Zusammenschluss zeigen sich zwei Widersprüche. Der erste betrifft Ort und Datum der Ankündigung beziehungsweise Unterzeichnung. Ein Bericht nennt eine Pressekonferenz am Freitag in Berlin, bei der die Transaktion mit Ministern bekannt gegeben wurde. Andere Berichte verorten die Unterzeichnung beziehungsweise Ankündigung am Mittwoch auf der ALL IN 2026 in Montreal. Ein weiterer Bericht nennt den 16. September als Datum der Ankündigung. Die offizielle Mitteilung von Cohere nennt weder Ort noch Datum. Die Ursache dieser widersprüchlichen Angaben liegt vermutlich darin, dass es sich um zwei getrennte Ereignisse handelt: die Unterzeichnung der verbindlichen Vereinbarung auf der Konferenz in Montreal und eine politische Pressekonferenz in Berlin, bei der die Transaktion von Regierungsvertretern vorgestellt wurde. Die ALL IN 2026 ist eine bedeutende KI-Konferenz, auf der die Unterzeichnung öffentlichkeitswirksam platziert wurde, während die Berliner Pressekonferenz die politische Unterstützung demonstrierte. Alternativ könnten einzelne Berichte fehlerhafte Orts- und Datumsangaben enthalten. Der zweite Widerspruch betrifft die Art des Zusammenschlusses. Ein Bericht spricht von einer Übernahme Aleph Alphas durch Cohere. Die offizielle Mitteilung und andere Berichte verwenden dagegen die Begriffe Unternehmenszusammenschlussvereinbarung oder Fusion. Faktisch könnte eine Übernahme durch Cohere vorliegen, die als Zusammenschluss kommuniziert wird. Die offizielle Mitteilung spricht von einem "business combination agreement", was rechtlich sowohl eine Übernahme als auch eine Fusion umfassen kann. Die unterschiedliche Wortwahl in den Berichten spiegelt diese begriffliche Unschärfe wider.
Was noch offen ist: Regulatorische Genehmigungen und offene Fragen
Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt finaler regulatorischer Genehmigungen. Cohere erwartet den Abschluss nach eigenen Angaben später in diesem Jahr. Konkrete Risiken bestehen in der Integration der beiden Unternehmen mit unterschiedlichen Standorten und Kulturen: Die Mitarbeiterzahl steigt auf über 1.000, was organisatorische Anpassungen und mögliche Umstrukturierungen erforderlich machen kann. Offen ist, wie die Integration konkret ablaufen wird und ob es zu Stellenveränderungen kommt. Die Reaktionen von Bestandskunden beider Unternehmen auf den Zusammenschluss sind ebenfalls noch nicht dokumentiert. Die Unternehmen haben keine Angaben dazu gemacht, welche regulatorischen Genehmigungen konkret erforderlich sind und in welchen Jurisdiktionen diese eingeholt werden müssen. Auch die genaue rechtliche Struktur der Transaktion – ob es sich um eine Übernahme oder eine Fusion handelt – bleibt angesichts der widersprüchlichen Berichterstattung klärungsbedürftig. Die im April angekündigte Partnerschaft hatte bereits die Zustimmung der Gesellschafter und der zuständigen Behörden als Vorbehalt genannt.



