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Cambridge-Philosoph Shevlin arbeitet seit Mai bei Google DeepMind

Nach eigener Aussage verbringt Henry Shevlin 80 Prozent seiner Zeit beim KI-Labor. Über Mandat und Einfluss der Stelle ist öffentlich kaum etwas bekannt.

· Veröffentlicht: 13.10.2026 ·2 Min Lesezeit
Cambridge-Philosoph Shevlin arbeitet seit Mai bei Google DeepMindMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Shevlin war zuvor am Leverhulme Centre for the Future of Intelligence der Universität Cambridge tätig.
  • Shevlin wechselte im Mai zu Google DeepMind mit dem Jobtitel „Philosopher“.
  • Er arbeitet 80 Prozent seiner Zeit bei DeepMind und bleibt in Cambridge aktiv.
  • Laut Berichten forscht er bei DeepMind zu Maschinenbewusstsein, Mensch-KI-Beziehungen und AGI-Readiness.
  • Als Gründe nennt Shevlin viele Studierende bei DeepMind, direkten Einfluss und Nähe zur DeepMind-Kultur.

Shevlin ist seit Mai zu 80 Prozent bei DeepMind

Der Philosoph Henry Shevlin arbeitet bei Google DeepMind. Sein Jobtitel lautet „Philosopher“. Im Interview mit IEEE Spectrum sagt er, er verbringe 80 Prozent seiner Zeit dort. Der Wechsel erfolgte im Mai. Eine Sekundärquelle (asanify) datiert ihn auf Mai 2026, die Stelle liegt damit schon Monate zurück. Eine Mitteilung von DeepMind dazu liegt nicht vor.

In Cambridge bleibt Shevlin aktiv. Am Leverhulme Centre for the Future of Intelligence befasste er sich mit dem Umgang von Menschen mit generativer KI, mit KI-Bewusstsein und mit möglichen moralischen Rechten von KI. Seinen genauen Titel am Centre geben die Quellen uneinheitlich wieder. Ein Beleg aus erster Hand fehlt.

Bei DeepMind befasst er sich Berichten zufolge mit Maschinenbewusstsein, Mensch-KI-Beziehungen und AGI-Readiness. Das schreibt Futurism unter Berufung auf die Financial Times. Die chinesische Quelle news.qq.com nennt dieselben drei Felder. Beide Meldungen gehen vermutlich auf dieselbe Ursprungsberichterstattung zurück.

Für den Wechsel nennt Shevlin im IEEE-Spectrum-Interview drei Gründe. Viele hervorragende Studierende seien zu DeepMind gegangen. Außerdem biete sich dort die Aussicht auf direkten Einfluss, und er empfinde eine Nähe zur DeepMind-Kultur. Als Beispiel für Wirkung führt er Änderungen in einer Finanzinstitution nach einem seiner Vorträge an. Details nennt er nicht.

Anthropic hat Model Welfare schon seit 2024 im Haus

Die Personalie reiht sich in einen Trend ein. Mitte September 2024 stellte Anthropic Kyle Fish als ersten Vollzeit-Mitarbeiter für KI-Wohlergehen ein. Er sollte untersuchen, was Unternehmen zum Thema „Model Welfare“ tun sollten. Inzwischen betreibt das Unternehmen ein eigenes Model-Welfare-Team.

Dieses Team veröffentlichte am 2. April 2026 ein Paper. Darin identifizierte es 171 „Emotionskonzepte“ in einem Sprachmodell. Anthropic erklärt, es sei „zutiefst unsicher“. Die Frage halte das Unternehmen dennoch für ernst genug, um sie sorgfältig zu untersuchen.

Laut Berichterstattung stellten neben Anthropic auch DeepMind und Meta Fachleute aus Philosophie, Psychologie, Neurowissenschaft und Ethik ein. Neu ist also die Personalie. Das Thema ist es nicht.

Mandat und Einfluss der Stelle sind ungeklärt

Welches Mandat Shevlin hat, wem er berichtet und ob er Produktentscheidungen beeinflusst, sagt er im IEEE-Interview nicht. Auch andere Quellen liefern dazu nichts Belastbares.

In LinkedIn-Beiträgen heißt es, die Rolle sei „kein Ethikbeauftragter“ und direkt in die Modellforschung integriert. Eine erkennbare Primärquelle dafür gibt es nicht. Die Lesart ist unbelegt.

Kritisch äußert sich Tom McClelland von der Universität Cambridge. In einem LinkedIn-Beitrag, der ihn zitiert, warnt er: Die Unbeweisbarkeit von Bewusstsein könne die KI-Branche für übertriebene Behauptungen nutzen und so Teil des Hypes werden. Die Aussage bezieht sich allgemein auf die Branche, nicht konkret auf Shevlin.

Unklar bleibt, ob die Financial Times oder die Washington Post zuerst über die Einstellungen berichtete. Die Quellen widersprechen sich.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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